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Grosses Dankeschön : Kinder tankten Kraft in Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

25 krebskranke Kinder aus der Ukraine verabschiedeten sich mit einem bunten Fest. Ihr Dank gilt den vielen Helfern.

Neumünster | Sie tanzten, lachten, sangen fröhliche Lieder über ihr Heimatland und strahlten nur so vor Lebenslust: Wie gut es ihnen nach vier Wochen mit vitaminreicher Ernährung, viel frischer Luft, Ausflügen und schönen Erlebnissen geht, zeigten die 25 krebskranken Kinder aus der Ukraine am Freitagabend auf ihrem Abschiedsfest.

In einer Geschichte um einen blauen Zauberer und seinen magischen Globus präsentierten die jungen Patienten einen Reigen mit tierischem Tango, Judo-Übungen, Puppen-Tanz und – das durfte nicht fehlen – einem lauthals gerufenen „Dan-ke-schööön!“. Die 40 Zuschauer in der Turnhalle der Fröbelschule applaudierten entzückt.

„Bei allen Kindern haben sich die Blutwerte deutlich verbessert, und alle sind gesund bis auf ein Mädchen, das Fieber hatte, und zwei hatten Husten. Das kam durch das wechselhafte Wetter – von der heißen Ukraine zu uns ins anfängliche Regenwetter“, zog Eberhardine Seelig, Organisatorin der Reha-Kur, eine positive Bilanz. Daher wurden Ausflüge in den Tierpark und zu Bauer Voigt in Tasdorf verschoben; ein Tag in Tolk, ein Besuch auf dem Augustenhof oder auf dem Erlebnis-Bauernhof in Appen auf Einladung des DRK fanden wie geplant statt. „Die Familie in Appen öffnet extra an ihrem freien Mittwoch für uns, so dass wir die einzigen Gäste sind. Das schützt die Kinder vor Infektionen, das ist sehr umsichtig mitgedacht“, sagte Eberhardine Seelig.

Nach monatelanger Strahlen- und Chemotherapie bleiben die Kinder in ihrer Heimat isoliert zu Hause, denn ihr Immunsystem ist stark geschwächt. Die Reha-Kur ist für die Kinder das erste Mal, dass sie unbeschwert auf andere Kinder treffen – was sie sichtlich aufblühen lässt und fast wichtiger ist als die medizinischen Fortschritte. „Hier sind viele Freundschaften entstanden“, freute sich die Organisatorin. Mit zum Programm gehört neben zahnärztlichen Untersuchungen auch „Futter“ für den Geist: „Toll, wie viel Deutsch sie in nur vier Wochen gelernt haben“, lobte Eberhardine Seelig.

Rund 100 Helfer unterstützen die Reha-Kur. Sie schnippeln Obst und Gemüse für acht gesunde Portionen am Tag, fahren, waschen, bauen das Reha-Camp auf und ab oder putzen die Räume. Zwei von ihnen sind Thomas Petersen und seine Frau Delia aus Tungendorf, die seit acht Jahren dabei sein. Sie waschen, backen Kuchen und waren Küchenhelfer beim Tolk-Ausflug. Und sie verfolgen natürlich voller Anteilnahme, wie es den kranken Kindern geht. „Die kleine Olga hat eine neue Brille bekommen“, sagen sie und zeigen in der Schulaula auf die aktuelle Fotowand. „Wir haben damals die Tschernobyl-Katastrophe erlebt, das war ganz schrecklich. Die Kinder liegen uns am Herzen. Wir reisen gerne und schauen über den Tellerrand“, sagt Delia Petersen.

Auch die ukrainischen Begleiter opfern ihre Freizeit – Krankenschwestern, eine Kinderärztin und Student Maxim Vasilenko (20), der selber ein ehemaliges Reha-Kind ist. „Sie nehmen Urlaub, um die Kinder zu begleiten. Es ist wirklich wunderbar, solche Menschen zu finden“, dankte Eberhardine Seelig allen Helfern.

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erstellt am 17.Aug.2015 | 11:30 Uhr

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