Kitas in Neumünster : Kinder geben den Kurs vor

Alle neun städtischen Kitas erhielten ihre Zertifizierungsplaketten für das lernerorientierte Qualitätsmanagement.
Alle neun städtischen Kitas erhielten ihre Zertifizierungsplaketten für das lernerorientierte Qualitätsmanagement.

Das Qualitätsmanagement in allen städtischen Kitas wurde jetzt zertifiziert.

shz.de von
17. Januar 2018, 10:00 Uhr

In den letzten zwei Jahren haben sich die neun städtisch getragenen Kindertagesstätten intensiv mit dem lernerorientierten Qualitätsmanagement an Kitas (LQK) beschäftigt. Nun erhielten alle ihre Zertifikate. Diese belegen, dass die Einrichtungen bei der Wissensvermittlung stets das einzelne Kind ins Zentrum der Überlegungen stellen.

„Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, ein Qualitätsmanagement an unseren Kitas durchzuführen“, erklärt Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung. Die Stadt verfolgt durch dieses Management zwei Ziele. Zum einen sollen die Standards an allen städtischen Einrichtungen identisch sein. „Jede Kita wird ihr eigenes Profil aber behalten. Da wir die Kinder ins Zentrum stellen, bestimmen sie einen großen Teil der täglichen Arbeit“, so Asmussen.

Das zweite Ziel ist es, jedes Kind so anzunehmen, wie es ist. Dazu gehört auch ein barrierefreier Zugang. Allerdings möchte man auch jedes Kind individuell fördern und fordern. Dabei wird darauf geachtet, dass die Kleinen an verschiedenen Punkten anfangen. Eine einheitliche Wissensvermittlung wird es deshalb nicht geben.

In Deutschland gibt es etwa 22 verschiedene Qualitätsmanagement-Modelle. Die Stadt Neumünster hat sich bewusst für das LQK entschieden. „Bei vielen bekommt man ein Handbuch und soll die Maßnahmen umsetzen. Bei diesem System werden Wünsche und Vorstellungen der Mitarbeiter und der Kinder eingebracht“, erklärt Asmussen. Vor allem die Wünsche der 1400 Kinder werden hier berücksichtigt. „Wir gehen bei den Plänen immer vom Kind aus. Die Erzieher nehmen sich des Kindes an und nicht anders herum“, erklärt Asmussen.

Während früher die Erzieher die Kinder nach vorgefertigten Leitlinien beschäftigten, soll heute ein reger Austausch entstehen.

Deshalb hat man das System gleich an alle städtischen Kindertagesstätten gebracht. Insgesamt hat die Maßnahme 60 000 Euro gekostet.

Ganz am Anfang stand ein Selbstreport. Hier sollten die Kitas in zwölf verschiedenen Kategorien den aktuellen Stand und die Ziele definieren. Außerdem musste ein Leitbild formuliert werden. Diese entstanden individuell für jede Kita. Im Anschluss wurden die Einrichtungen von einem Gutachter besucht.

Dieser schaute sich vor Ort um und gab den Kitas Auflagen mit, die sie zu erfüllen hatten. In mehreren Workshops tauschten sich zudem die 200 Betreuer über Ziele und Möglichkeiten aus. „Wir hatten von Anfang an viele positive Rückmeldungen dabei“, sagt der Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung. Die Ansätze werden schon jetzt in den einzelnen Kitas verfolgt.

In vier Jahren steht der nächste Test an. Dieser soll dann zeigen, ob man dem Leitbild treu geblieben ist. „Wir befinden uns in Verhandlungen. Stand jetzt kann ich noch nicht sagen, ob wir das auch in Anspruch nehmen werden“, erklärt der Erste Stadtrat Carsten Hillgruber.

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