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Baustellenchaos : Kieler Brücke: Stadt zieht die Reißleine

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Busse fahren vorerst nicht mehr über den Großflecken. Fußgänger und Radler hielten sich nicht an die Absperrung und benutzten die Fahrbahn

Neumünster | Nach völlig chaotischen Situationen an der Baustelle auf der Kieler Brücke hat die Stadt gestern die Reißleine gezogen und auf Bitten der Stadtwerke entschieden: Die Busse fahren vorerst nicht mehr über den Großflecken. Seit 13 Uhr ist der Linienverkehr über den Großflecken eingestellt worden. Die Busse fahren jetzt ab Kuhberg über Am Teich, Schleusberg und Schützenstraße – wie zur Holstenköste.

Der Grund: Fußgänger und Radfahrer benutzten trotz der Absperrungen und Verbotsschilder immer wieder die Straße und beschworen so gefährliche Situationen herauf. Die Baustelle war am Donnerstag verschwenkt worden, weshalb auch der Gehweg auf der Teichseite gesperrt wurde. Die Fußgänger müssen auf die andere Straßenseite wechseln und die Christianstraße am Kuhberg-Karree kreuzen. Bereits am Donnerstag wurde zusätzlich eine weitere Absperrung am Gänsemarkt aufgestellt.

Gestern Vormittag wiesen zudem zwei Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes auf die neue Verkehrsführung hin und versuchten, die Passanten auf die andere Seite zu leiten. Doch diese Bemühungen blieben erfolglos. Als immer mehr Fußgänger und Radfahrer die Hinweise schlicht ignorierten und zudem etliche Autos trotz Verbots durch die Baustelle führen, gaben die beiden Ordnungsdienst-Mitarbeiter entnervt auf.

„Die Fußgänger und Radler sind nicht belehrbar und gefährden sich auf der Fahrbahn selber“, hatte Klaus Brandt, der Fahrdienstleiter der SWN-Verkehrsbetriebe , schon am Morgen auf die unhaltbaren Zustände hingewiesen und angedeutet, dass man reagieren müsse. „Irgendwann liegt sonst einer unter dem Bus“, so Brandt.

Durch die Umleitung der Buslinien werden die Haltestellen „Rathaus“ und „Am Teich“ nicht mehr bedient. Hier weisen Hinweisschilder auf die geänderte Streckenführung hin, was gestern einige Buskunden aber nicht mitbekamen. Die Busumleitung wird auch in der kommenden Woche beibehalten, da am Wochenende 29. und 30. August die Kreuzung Kuhberg/Christianstraße für Asphaltierungsarbeiten sowieso gesperrt wird.

„Die Stadt bedauert, dass trotz aller Vorkehrungen die Situation an der Baustelle sich derart entwickelt hat und stimmt zum Schutz der Passanten und Fahrgäste der Maßnahme der SWN-Verkehr zu. Ob auch der Taxiverkehr aus der Baustelle ferngehalten werden muss, wird sich Anfang der Woche entscheiden“, teilte die Stadt mit.

Die Polizei plädiert für eine Radikallösung, sprich: die komplette Absperrung der Baustelle. „Die Entscheidung trifft aber die Stadt", machte Polizeisprecher Sönke Hinrichs deutlich. Die Polizei werde keine permanente Streife aufstellen, um die Verkehrsführung zu überwachen. „Dafür haben wir einfach nicht das Personal“, so Hinrichs.

 

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erstellt am 22.Aug.2015 | 07:00 Uhr

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