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Kunstflecken : Keramik, Pop-Art und Musik zum Auftakt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

70 Kunstinteressierte kamen zur Art-Tour und zogen von Vernissage zu Vernissage durch die Stadt. 250 Gäste waren in der Werkhalle.

„Es ist wieder soweit. Der Kunstflecken ist eröffnet.“ Mit diesen Worten gab Kulturdezernent Günter Humpe-Waßmuth am Freitagabend den Startschuss für die 15. Auflage des Kulturfestivals. Eingeläutet wurde der Kunstflecken natürlich wieder mit der inzwischen kultverdächtigen Veranstaltung Art-Tour – einem Spaziergang von Vernissage zu Vernissage.

Begonnen wurde mit der Ausstellung „Work in Progress“ („Arbeiten im Wandel“). In leerstehenden Räumen an der Fabrikstraße 4 im Sagerviertel verwirklichten sich gleich fünf Künstler. „Einst stand hier eine große Tuchfabrik und bald soll ein Einkaufszentrum an diesem Ort gebaut werden.

Weil sich das Sager-Viertel ständig verändert, passte das Thema ‚Work in Progress‘ sehr gut“, erklärte Ausstellungsmacherin Danijela Pivasevic-Tenner, ihres Zeichen auch Leiterin der Stadttöpferei. Sie stellt gemeinsam mit den Keramikkünstlern Georgio di Palma aus Italien, Louise Sille Krogh-Jacobsen aus Dänemark und der Deutschen Nicole Thoss Skulpturen aus, die von den Werken des Berliner Pop-Art-Künstlers Jim Avignon mit großformatigen, farbenfrohen und inhaltsstarken Malereien, Grafiken und Videoinstallationen stimmungsvoll flankiert werden.

„Humor ist ganz wichtig“, bekam Kunstflecken-Leiterin Johanna Göb von den Künstlern als Antwort auf die Frage, wie man mit Kunst heutzutage ein breites Publikum erreichen könne. Humor spiegelt sich auch in „Work in Progress“ wider. Ein Teller Spaghetti mit Tomatensoße, ein in der Ecke stehender Wischmob, vermeintlich ganz gewöhnliche Flipflops entpuppten sich bei genauem Hinsehen als Keramik-Skulpturen und verlangten den Besuchern stets ein Lächeln ab.

Eine Stunde später gingen die etwa 70 Kunstinteressierten zur Bürgergalerie an der Esplanade. Dort stellt der Lübecker Bildhauer Winni Schaak perfekt verarbeitete Stahlskulpturen aus. Um 21 Uhr fanden sich die Teilnehmer in der Werkhalle ein. Sie ist das Depot des Museums Tuch +Technik. Während des Kunstfleckens wird sie jedoch zu einem der schönsten Veranstaltungsorte, den Neumünster zu bieten hat.

Das musikalische Duo „Eva & Manu“ musizierte als erste Live-Band während des Kulturfestivals. Die Finnin und der Franzose lernten sich auf dem Berklee-College in Boston kennen. Als Paar brachen sie dort ihre Zelte ab und reisten mit einem alten Camper-Van sieben Monate durch Europa, um Musik zu machen. Dabei entstand ihr erstes Album, aus dem sie den etwa 250 Zuhörern in der Werkhalle live mit Gitarre, Keyboard und ihren außergewöhnlichen Stimmen einen Auszug präsentierten – ein absoluter Hörgenuss. Die Art-Tour im Ganzen war wieder ein gelungener Kunstflecken-Auftakt. Der Kunstflecken wurde vor 15 Jahren ins Leben gerufen, „um das Image der Stadt aufzupolieren“, wie Günter Humpe-Waßmuth erzählte. „Eine Stadt ohne Kunst und Kultur ist eine tote Stadt“, betonte der Kulturdezernent.

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erstellt am 09.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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