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Gutachter ohne Bedenken : Keine Umweltbelastung bei Stock-Guss

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Eigentümer des Areals an der Rendsburger Straße sehen keine Gefahr und wollen Beschwerdeführer Jonny Griese (Linke) Einsicht gewähren.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | „Von der Fläche geht keine gesundheitsschädigende Gefahr aus.“ Das teilte die Eigentümergesellschaft Projekt Rendsburger Straße GmbH zu dem Streit um das ehemalige Stock-Guss-Gelände jetzt mit. Das Joint Venture der Auto-Service-Park GmbH in Ahrensburg und der Gütersloher Abbruchfirma Hagedorn reagierte damit auf Zweifel von Jonny Griese (Linke). Der Ratsherr hatte in der Dezember-Sitzung der Ratsversammlung auf angebliche Ungereimtheiten hingewiesen. Griese, der selbst 33 Jahre lang in der einstigen Gießerei gearbeitet hat, vermutet nach wie vor, dass noch Altlasten im Boden des 4,3 Hektar großen Geländes schlummern.

Das bestreiten die Eigentümer in ihrem aktuellen Schreiben. Sie weisen darauf hin, dass das Abbruchunternehmen Hagedorn aus Gütersloh auf dem Areal von Februar bis Dezember 2014 die Rückbau- und Sanierungsarbeiten „in Absprache mit der Stadt Neumünster und deren Abteilung ‚Natur und Umwelt‘“ ausgeführt habe. „Es wurden grundsätzlich Spezialisten beauftragt“, erklärte Rick Mädel, Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft. Außerdem seien die Arbeiten „gemäß der Anforderungen der zuständigen Aufsichtsbehörde der Stadt Neumünster durch ein entsprechend zertifiziertes Gutachterbüro begleitet“ worden, heißt es von Seiten der Eigentümer. Rick Mädel machte deutlich: „Es gibt keine versteckten Ungereimtheiten bei entsorgungspflichtigen Materialien und keine gefährliche Grundwasserbelastung. Ebenso besteht kein Gefährdungspotenzial für die Nachbarschaft und Umgebung. Die Anwohner brauchen sich keinerlei Sorgen zu machen.“

Das bezweifelt Jonny Griese nach wie vor. Er hat an die Stadt und die Eigner des Geländes geschrieben und um Einsicht in die Unterlagen der Boden- und Grundwasserprüfungen gebeten. „Ich hoffe jetzt auf diese Möglichkeit. Sollten danach noch Unklarheiten herrschen, suche ich mir fachliche Unterstützung vom Umweltministerium“, so Griese. Rick Mädel hat nach eigenen Angaben „grundsätzlich kein Problem, sich mit ihm zum persönlichen Gespräch mit Akteneinsicht zusammenzusetzen“.

Für die Eigentümer sind alle ökologischen Bedenken auf jeden Fall vom Tisch: „Im März oder April werden wir Gespräche mit Interessenten und der Stadt aufnehmen. Aber wir machen das mit Ruhe. Wir haben keine Eile“, so der Geschäftsführer.

Die Stadt will das Gelände auch weiterhin für „nicht störendes Gewerbe“ oder Dienstleister vorhalten. Eine Wohnbebauung, wie von einem Teil des Stadtteilbeirats gewünscht, hält Stadtplaner Bernd Heilmann nicht für wahrscheinlich. „Sie ist zwar nicht ausgeschlossen, brächte aber erhöhte Anforderungen mit sich“, erklärte der Experte. Immerhin gebe es dort einige kleinere Betriebe, auf die auch Rücksicht zu nehmen sei.

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