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Unterstützung der Eltern : „Keine Angst vor der Verarmung“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kersten Andresen vom Pflegestützpunkt informierte zum Thema „Unterhaltspflicht – Kinder gegenüber Eltern“.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Zwischen 2000 und 5000 Euro, je nach Pflegestufe, kostet ein Heimplatz in Neumünster. Angehörigen machen diese Summen Sorgen.

Insbesondere Kinder pflegebedürftiger Eltern fragen sich: Muss ich mein Haus belasten? Wie sieht es mit meinem Ersparten aus? Muss ich meinen Lebensstandard grundlegend ändern, um den Heimplatz meiner Eltern zu finanzieren? Antworten gab es am Mittwochnachmittag von Kersten Andresen. Im Rahmen der achtteiligen Vortragsreihe „Pflege braucht Beratung“ referierte die Mitarbeiterin des Pflegestützpunktes in der Stadt Neumünster vorgestern vor 20 interessierten Besuchern im Neuen Rathaus zum Thema „Unterhaltspflicht – Kinder gegenüber Eltern“.

„Grundsätzlich gilt: Wenn die Unterbringungskosten pflegebedürftiger Eltern von deren Rente, der Pflegeversicherung und dem eventuellen Vermögen nicht gedeckt sind, werden erwachsene Kinder als Unterhaltspflichtige herangezogen“, stellte Kersten Andresen fest.

Doch jeder Fall wird einzeln geprüft. Die Leistungsfähigkeit orientiert sich am Einkommen und an den Lebensverhältnissen der Kinder. „Ob Kinder genügend Einkommen erzielen, um Unterhalt für ihre Eltern zu leisten, regelt das Bürgerliche Gesetzbuch“, sagte Andresen. Alle tatsächlich erzielten Einkünfte werden summiert, entscheidend ist das durchschnittliche Nettoeinkommen, bereinigt um Steuern, Sozialabgaben und eventuelle Schulden. Vom errechneten bereinigten Nettoeinkommen wird der Selbstbehalt abgezogen.

Der Familienselbstbehalt beträgt derzeit 3240 Euro monatlich. Bleibt danach noch etwas übrig, müssen die Kinder Elternunterhalt zahlen.

„Bei einem Nettoeinkommen von 3500 Euro kämen 82 Euro an Unterhalt auf die Kinder zu“, erläuterte die anwesende Susanne Jungus vom Fachdienst Soziale Hilfen an einer Beispielrechnung.

Vermögen, die der eigenen Alterssicherung dienen, werden verschont. „Eine Verwertung der selbst genutzten Immobilie für den Unterhalt kann nicht gefordert werden“, schloss Kersten Andresen ihren gut präsentierten Vortrag voller Informationen.

„Auf den ersten Blick wirkt alles sehr kompliziert“, wandte sich die Rednerin an die nachdenklich wirkenden Besucher. „Seien Sie nicht beunruhigt. Alles, was Ihre Lebensverhältnisse prägt, wird bei der Berechnung nicht herangezogen. Ihre eigenen Lebensverhältnisse haben Vorrang“, sagte die Referentin. „Die Angst vor Verarmung ist unbegründet. Bei Fragen können Sie sich, auch telefonisch, an die Mitarbeiter im Pflegestützpunkt oder an den Fachdienst Soziale Hilfen wenden. Wir werden Sie bei persönlichen Fragen individuell beraten“, gab sie ihren Zuhörern zum Abschied mit auf den Weg.

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