Kein Platz für Rassismus

Der Liedermacher Kai Degenhardt (von links), Peter Seeger vom Verein für Toleranz und Zivilcourage, Gisela Griese (IG Metall) und Jonny Griese vom Verein stehen mit dem Schild, das Respekt fordert, vor dem ehemaligen „Club 88“.
Der Liedermacher Kai Degenhardt (von links), Peter Seeger vom Verein für Toleranz und Zivilcourage, Gisela Griese (IG Metall) und Jonny Griese vom Verein stehen mit dem Schild, das Respekt fordert, vor dem ehemaligen „Club 88“.

Der Verein für Toleranz und Zivilcourage feierte in Gadeland die Schließung des „Club 88“ vor einem Jahr

shz.de von
22. Mai 2015, 12:07 Uhr

Seit einem Jahr haben die Anwohner der Kummerfelder Straße und insbesondere die Schüler der Grundschule Gadeland Ruhe: Der Neonazi-Treffpunkt „Club 88“ ist seit Februar 2014 geschlossen. „Ein Jahr bessere Sicht – Club 88 ist dicht“ lautete daher das Motto, unter dem gestern auf dem Schulgrundstück der Verein für Toleranz und Zivilcourage eine Feier machte.

„Wir sind froh, dass der Club weg ist. Die Grundschule Gadeland und besonders auch der verstorbene ehemalige Rektor Dirk Lüken haben sich sehr für die Schließung engagiert“, erklärte Jonny Griese vom Vorstand des Vereins. Zu diesem Anlass überreichte Gisela Griese von der IG Metall dem Hausmeister der Schule, Holger Horstmann, ein Metallschild, auf dem steht: „Respekt! Kein Platz für Rassismus“.

„Faschismus kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Daher ist es sehr wertvoll, dass wir in Neumünster ein ganz breit aufgestelltes Bündnis gegen Rechts haben“, freute sich auch Dr. Heinrich Wadle vom Bund der Antifaschisten. Während des 18-jährigen Bestehens des Clubs haben Neonazis immer wieder versucht, Einfluss auf Kinder zu nehmen. „Sie haben Propagandamaterial auf dem Schulhof verteilt“, erläuterte Jonny Griese.

Um neben der gemütlichen Feier mit Grillwurst und Getränken auch die Schüler über Rechtspopulismus aufzuklären, gab es ein „Quiz gegen Rechts“, und der Musiker Kai Degenhardt gab einige Lieder zum Besten.

„Seit der Schließung des ‚Club 88‘ ist die Gaststätte Titanic an der Wippendorfstraße noch mehr zum Nazi-Treff   geworden. Wir hoffen, dass auch die Titanic dicht macht“, erklärte Jonny Griese.

Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Neumünster, Tufan Kiroglu, meinte: „Wir leben friedlich mit den Einheimischen zusammen und wünschen uns ein nazifreies Neumünster.“

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