Halbzeitbilanz : Kein fester Sitzplatz im Bundestag

Dr. Birgit Malecha-Nissen zog gestern ihre Halbzeitbilanz nach zwei Jahren im Bundestag.
Dr. Birgit Malecha-Nissen zog gestern ihre Halbzeitbilanz nach zwei Jahren im Bundestag.

Sommertour führt die SPD-Abgeordnete Dr. Birgit Malecha-Nissen auch zur Firma Gisma, Pro Familia und in die Ruthenberger Rasselbande.

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10. Juli 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Mit dem Wochenstart hat im Bundestag die Sommerpause begonnen. „Ich nutze das zur Wahlkreis-Arbeit“, sagte Neumünsters SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Birgit Malecha-Nissen (57). Gestern zog die Diplom-Geologin aus Passade/Propstei im SPD-Parteibüro am Großflecken ihre Halbzeitbilanz nach zwei Jahren im Bundestag.

Dort ist sie Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und beackert norddeutsche Themen wie den A7-Ausbau, die Beltquerung oder den Nord-Ostsee-Kanal. Als eine von zwei Vorsitzenden der „Küstengang“ aus SPD-Abgeordneten der fünf Nordländer möchte sie diesen und den Interessen der maritimen Wirtschaft mehr Gewicht in ihrer Fraktion verleihen, verriet sie gestern. Die maritime Wirtschaft gibt es auch in Neumünster: Bei ihrer Sommertour will Birgit Malecha-Nissen auch der Firma Gisma an der Leinestraße einen Besuch abstatten. Das Unternehmen begann als Startup in einer Plöner Garage und ist Weltmarktführer bei Unterwasser-Steckverbindern für die Offshore-Industrie.

Weitere Schwerpunkte ihrer Sommertour sind die Themen Pflege und Familie. Die Vereinbarkeit von beruflicher Karriere, Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen sei eine große gesellschaftliche Herausforderung, sagte die SPD-Abgeordnete. Am kommenden Dienstag will sie sich bei der Awo/Pro Familia am Goebenplatz über Angebote der Familienberatung informieren. Am 21. Juli sollen dann bei einem Besuch in der Kita Ruthenberger Rasselbande der Ausbau der Kita-Versorgung und das Konzept der Kindertagesstätte im Mittelpunkt stehen.

Birgit Malecha-Nissen engagiert sich auch in der SPD-Arbeitsgruppe Migration und Integration. „Neumünster und Boostedt sind mit der Erstaufnahme besonders angestrengt“, sagte sie und erwartet, dass sich die Situation noch verschärfen wird. „Es ist nicht zu erwarten, dass die Flüchtlingsströme zurückgehen“, sagte sie und lobte die „großartige Willkommenskultur gerade auch in Neumünster“.

Von der aktuellen Nachricht, dass in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld eine Notunterkunft für weitere 400 Flüchtlinge einrichtet wird, wurde auch sie überrascht. „Viele Flüchtlinge kommen zu uns aus großer Not, sind aber nicht verfolgt“, sagt Birgit Malecha-Nissen. Um so wichtiger sei, für wirtschaftliche Stabilität in den Herkunftsländern zu sorgen.

Die Arbeit in den Sitzungswochen in Berlin und im Wahlkreis seien zeitlich etwa gleich gewichtet, sagt Birgit Malecha-Nissen und verrät: „Es gibt keine festen Sitzplätze im Bundestagsplenarsaal. Das wusste ich früher nicht.“ Weil die Landesgruppe oft etwas länger tagt, sitzen die Schleswig-Holsteiner meist hinten. Da der Kieler SPD-Abgeordnete Hans-Peter Bartels jetzt Wehrbeauftragter des Bundestags ist, betreut Birgit Malecha-Nissen seit Kurzem auch die Kieler SPD-Ortsvereine und Bürger als Ansprechpartnerin. 

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