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Caspar David Friedrich : Kauzigkeit und radikale Konzepte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Professor Dr. Ulrich Kuder gab in der Volkshochschule Einblicke in das romantisch-melancholische Lebenswerk Caspar David Friedrichs.

Neumünster | Weite Landschaften, begrenzt von monströsen Gebirgen, diffuses Licht und darin ein unscheinbar kleiner Mensch – das sind typische Motive des romantischen Malers Caspar David Friedrich (1774-1840). Die sechste Veranstaltung des Rahmenprogramms zum Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) befasste sich am Montagabend mit dem malenden Zeitgenossen der Zentralfigur des diesjährigen Festivals, Felix Mendelssohn Bartholdy.

In familiärer Atmosphäre von 35 Zuhörern gab Professor Dr. Ulrich Kuder in der Volkshochschule Einblicke in das romantisch-melancholische Lebenswerk Caspar David Friedrichs. Unter weitgehendem Verzicht auf Biografisches beschrieb der Kunsthistoriker berühmte Landschaftsmalereien und erläuterte Friedrichs Konzept, nach welchem der Maler auch malen solle, „was er in sich sieht.“

„Mich fasziniert das Kauzige, das Bescheidene, aber auch Witzige an Friedrich. Und natürlich die elementare Bildauffassung, die Geschlossenheit der Welt, die er zeigt, sein radikales Konzept“, erklärte Kuder seine Bewunderung für den Maler, dessen Kunst zur damaligen Zeit als unkonventionell galt. Zahlreiche Projektionen bekannter Bilder – etwa „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ oder „Der Mönch am Meer“ – und weniger bekannter Skizzen machten den anspruchsvollen Vortrag anschaulich. „Das gefällt mir besser als das, was die zeitgenössische Kunst bietet“, sagte der Besucher Winfried von Breitenstein aus Tasdorf, und seine Frau Ilsa fügte hinzu: „Mir gefallen die Erläuterungen von Herrn Kuder zunehmend besser. Der Vortrag ist sehr informativ.“

So erfuhren die Besucher unter anderem auch, dass für Friedrich die Güte eines Bildes in dessen Wirkung lag, die es in der Seele des Betrachters auszulösen vermochte. Aber auch Handfestes kam zur Sprache: Zum Beispiel Friedrichs Abneigung gegen das okkupierende Frankreich, die sich unter anderem an der verbotenen altdeutschen Tracht zeigt, die eine Figur, vermutlich der Maler selbst, auf dem Bild „Der Kreidefelsen auf Rügen“ trägt.

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