Naherholungsgebiet : Kaum noch freie Sicht auf den Einfelder See

Den Ausblick auf den See kann man fast nur noch am Strand genießen – so wie Rita und Hans Sonnenschein (77) aus Wattenbek. Beim Radeln hat Hans Sonnenschein das Zuwuchern des Sees beobachtet.
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Den Ausblick auf den See kann man fast nur noch am Strand genießen – so wie Rita und Hans Sonnenschein (77) aus Wattenbek. Beim Radeln hat Hans Sonnenschein das Zuwuchern des Sees beobachtet.

Grünflächenamt hat begonnen, ein Entwicklungskonzept für das Naherholungsgebiet auszuarbeiten / CDU will nach einer See-Wanderung Verbesserungen im Stadtteilbeirat beantragen

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18. Juli 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Fußgänger und Radfahrer, die regelmäßig den Einfelder See umrunden, sehen kaum noch etwas vom See. Weiden, Schilf, Brennnesseln und auch Kastanien wuchern an den Ufern und lassen manchmal nur erahnen, dass dahinter ein See liegt. Manche stört das, manche nicht. Die Stadt hat reagiert: Die Abteilung Grünflächen hat begonnen, an einem Entwicklungskonzept Einfelder See zu arbeiten. Auch die Einfelder CDU will sich des Themas annehmen.

Das Entwicklungskonzept liegt nicht allein in den städtischen Händen. „Es sollen verstärkt Naturschutzbelange berücksichtigt werden, und wir müssen uns mit der Gemeinde Mühbrook und dem Kreis Rendsburg-Eckernförde abstimmen. Dieser Prozess läuft“, sagt Stadtsprecher Stephan Beitz.

Der massive Bewuchs ist Folge des Einleitens von Abwässern und Dünger. Die jetzige Situation ist Ausdruck der Sünden, die in den 60er-Jahren passiert sind. In den 50er-Jahren war der See noch nährstoffarm“, erklärt Dr. Björn-Henning Rickert, Vorsitzender des Naturschutzbund-Ortsvereins. Die üppige Vegetation sei Folge des Nährstoffreichtums. Es seien Verlandungszonen entstanden – Biotope, bei denen nicht ohne Weiteres Eingriffe vorgenommen werden könnten, und im Naturschutzgebiet „Westufer Einfelder See“, das vom Nabu betreut wird, schon gar nicht. Rickert: „Das ist ein natürlicher See und nicht ein Parkgewässer.“ Dort brüteten beispielsweise Haubentaucher, Flora wie Schilf, Seerosen, gelbe Sumpfschwertlilie oder Seggenarten seien dort verbreitet, so Rickert.

Maßnahmen gegen die wuchernde Vegetation erwägt die Einfelder CDU. Auf einem Spaziergang wurden die zugewachsene Sicht, aber auch der Zustand des Wanderweges, der Bänke, die Anzahl von Mülleimern und Hundekot-Tütenspendern untersucht. Die Dorfbucht von Mühbrook verlande zunehmend, hieß es von Seiten der CDU. „Es ist Zeit, die Debatte zu führen, ob es die richtige Entscheidung ist, den Einfelder See mehr oder weniger sich selbst zu überlassen“, sagt die Ortsvereins-Vorsitzende Sandra Weiß. Ziele seien ein besseres Erscheinungsbild und eine noch vielfältigere Nutzung des Sees. Auf der nächsten Mitgliederversammlung will die CDU Einfeld die Punkte zusammentragen und entsprechende Anträge im Stadtteilbeirat einbringen.

Einige Hausbesitzer wollten in der Vergangenheit nicht abwarten – und holzten Bäume und Vegetation illegal ab.

Kommentar

Ein intelligenter Kompromiss ist gefragt

Der Einfelder See ist ein Naturparadies, und er lockt sowohl Erholungssuchende aus der Region als auch Touristen. Und die wollen auch etwas vom See sehen, nicht nur am Strand.  Der Naturschutz ist genauso wichtig, und jetzt gilt es, intelligent abzuwägen, wo man Haubentaucher & Co. brüten lässt und wo Besucher den See genießen können. Wichtig ist, dass ein vernünftiger Kompromiss erzielt wird, damit beide Seiten zu ihrem Recht kommen. Denn Touristen bringen Geld in die Region.

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