Ehndorf : „Kaugummistein“ als Lösung?

Ehndorfs Bürgermeister Hauke Göttsch (links) lässt sich vor Ort am Beispiel einer kaputten Gemeindestraße das neue Verfahren erläutern. Vertreter anderer Gemeinden schauen interessiert zu.
Ehndorfs Bürgermeister Hauke Göttsch (links) lässt sich vor Ort am Beispiel einer kaputten Gemeindestraße das neue Verfahren erläutern. Vertreter anderer Gemeinden schauen interessiert zu.

In Ehndorf trafen sich Vertreter mehrerer Gemeinden, um ein neues Sanierungsverfahren zu begutachten.

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03. Juli 2018, 10:00 Uhr

Ehndorf | Dieses Problem kennen viele Gemeinden: Der zunehmende Verkehr hinterlässt Spuren. Und das nicht nur auf den Hauptverkehrsstraßen, sondern auch auf den Wirtschaftswegen und den kleineren Straßen sind Schäden deutlich sichtbar. Ausgefahrene Banketten und Spurbahnen erfordern immer wieder Instandsetzungs- und Unterhaltungsmaßnahmen und belasten die Kassen der Gemeinden. Dieses Problem veranlasste Hauke Göttsch, Bürgermeister der Gemeinde Ehndorf, dazu, nach einer Lösung zu suchen und sie weiteren Gemeinden vor Ort zu präsentieren.

Bei seinen Recherchen stieß Göttsch vor einiger Zeit auf das neue Verfahren einer Firma aus Selsingen aus dem Landkreis Rotenburg in Niedersachsen. Sie hat ein Verfahren entwickelt, das eine Instandsetzung ermöglichen soll, die ökologisch, wasserdurchlässig und von einer enormen Festigkeit sein soll. Grundstoff ist eine Mischung aus Edelsplittern und Edelsanden mit einem sogenannten „Kaugummistein“ – also einem extrem weichen Stein. Das Verfahren funktioniert laut Hersteller grob so: Wässern, Mischung auftragen, Wässern, Rütteln. Das Geheimnis: Beim Rütteln setzt sich der weiche Stein sofort zwischen die anderen Steine und verbindet diese. Nach wenigen Stunden ist die Mischung fest und somit bereits befahrbar – im Gegensatz zum Fräsgut, deren Bestandteile sich nicht verbinden und dadurch natürlich in kürzester Zeit wieder weggeschleudert werden.

Zur Präsentation des Verfahrens hatte Hauke Göttsch Bürgermeister und Gemeindevertreter aus weiteren Gemeinden eingeladen. Von welch großem Interesse dieses Thema ist, zeigte sich an der großen Zahl der Teilnehmer. Rund 50 Besucher konnte Hauke Göttsch begrüßen. Unter anderem waren Vertreter aus den Gemeinden Wasbek, Padenstedt, Arpsdorf und Aukrug gekommen.

Die Gäste erlebten keine „trockene“ Informationsveranstaltung mit Vorträgen, sondern eine Demonstration vor Ort. Erstes Objekt war die Spurbahn im Heischredder, wo die Teilnehmer ein „fertiges“ Produkt besichtigen konnten. Richtig interessant wurde es dann am Hochmoor, wo die verschiedenen Schritte der Instandsetzung hautnah und live zu erleben waren. „Wenn das hält, was es verspricht, dann habe ich ein paar Sorgen weniger“, meinte der Gastgeber nach dem Rundgang.

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