Krogaspe : Katzen flüchten in Fuchsbau

In Sichtweite der A7: Heinz Fürstenwerth zeigt den künstlichen Fuchsbau, in dem er eine verwilderte Katze fand.
In Sichtweite der A7: Heinz Fürstenwerth zeigt den künstlichen Fuchsbau, in dem er eine verwilderte Katze fand.

Krogasper Jäger hat die Tierhalter im Visier, die sich ihrer Katzen in der Feldmark entledigen.

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24. Mai 2015, 15:00 Uhr

Aukrug | Spätestens seit er im vergangenen Jahr eine Familie auf frischer Tat dabei ertappte, wie sie ihren Stubentiger in der Feldmark zurücklassen wollte, sind ausgesetzte Katzen ein Thema, das Heinz Fürstenwerth besonders interessiert. Der Jäger aus Krogaspe schätzt, dass in seiner Heimatgemeinde pro Jahr rund 20 Katzen ausgesetzt werden. „Gerade gestern hab ich im Moor eine Katze gesehen, die ein paar Meter vor mir herlief und so aussah, als wüsste sie nicht, wo sie hin soll“, erzählt Fürstenwerth.

Dass er diese vermeintlich ausgesetzte Katze ganz in der Nähe der L 328-Auffahrt Richtung Neumünster gesichtet hat, nimmt der Krogasper als Bestätigung für seine eigene Theorie: „Meines Erachtens sind es Städter, die insbesondere zur Urlaubszeit bei uns ihre Katzen aussetzen – und das ist eine große Sauerei.“ Vor drei Jahren wurden in seiner Nachbarschaft vier kleine Kätzchen in einem Karton vor die Tür gestellt: „Die haben meine Nachbarn aufgepäppelt und behalten.“ Schon zweimal in diesem Jahr – im Februar und im März – hat Fürstenwerth in einem künstlichen Fuchsbau in Sichtweite der A7 Katzen entdeckt. Dass sich dieser künstliche Fuchsbau nur ein paar Hundert Meter von der Autobahnraststätte Aalbek befindet, ist aus Sicht des Krogaspers kein Zufall. „Es ist immer das Gleiche: Zur Urlaubszeit werden in hoher Zahl Tiere ausgesetzt.“

Seine Einschätzung wird von der Tierauffangstelle Neumünster so nicht bestätigt. „Es werden das ganze Jahr über mal mehr, mal weniger Tiere ausgesetzt, das ist sehr wechselhaft“, sagt Kristina Simon, „da ist in der Ferienzeit nicht zwingend eine Zunahme zu verzeichnen.“ In den vergangenen vier Wochen gab es in der Tierauffangstelle des Tierschutzvereins für Neumünster und Umgebung drei Neuzugänge: Zwei Katzen wurden in Transportboxen in verschiedenen Waldstücken der Stadt ausgesetzt, Katzendame Lorina hingegen am 9. Mai in einem Wäschekorb direkt vor der Pforte des Tierheims. Dass Tierbesitzer ihre Katzen „irgendwo im Wald“ aussetzen, kann Kristina Simon nicht verstehen. „Ausgesetzte Katzen werden zunächst die Nähe des Menschen suchen“, meint die Tierschützerin. Das „Verwildern“ sei ein langfristiger Prozess. Wenn die Jäger in Krogaspe also verwilderte Katzen beobachten, dann sei das vermutlich mindestens die zweite Generation ehemals ausgesetzter Katzen. „Mir tun die ausgesetzten Katzen leid, weil die ja nicht wissen, wo sie hinsollen“, sagt Fürstenwerth, „wenn ich Leute beim Aussetzen erwische, werde ich die in Zukunft auf jeden Fall anzeigen.“

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