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Bakterien und Pilze : Kastanien-Sterben am Wasserwerk

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die denkmalgeschützte Allee an der Hauptleitung zum Wasserturm ist durch Miniermotten, Bakterien und Pilze wohl dem Untergang geweiht.

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erstellt am 02.Dez.2015 | 17:50 Uhr

Neumünster | Die Kastanien sind etwa 90 Jahre alt, die mächtigsten Bäume haben einen Stammdurchmesser von 80 Zentimetern. Doch die Allee, die sich vom Wasserwerk am Brüningsweg schnurgerade zum Wasserturm an der Christianstraße erstreckt, scheint dem Untergang geweiht.

Die Miniermotte hat den Bestand von ursprünglich 120 Bäumen stark geschwächt. Durch Bakterien- und Pilzbefall geht es dann recht schnell. Der Hallimasch oder der Brandkrustenpilz ließen die Kastanien sterben, sagt Egon Blitza vom Naturschutzbeirat der Stadt.

Nur ein Teil der Bäume beim Spielplatz nahe der Lessingstraße steht auf städtischem Grund, das Gros ist auf dem Betriebsgelände des Wasserwerks der Stadtwerke. Die wollen nach vier Bäumen im Sommer weitere 18 kranke oder bereits abgestorbene Bäume fällen lassen. Das ist die Empfehlung in einem 7500 Euro teuren Gutachten des Hamburger Instituts für Baumpflege.

Die Allee steht unter Denkmalschutz. „Wir haben die Auflage und wollen die Bäume auch wieder anpflanzen“, betont Wasserwerksleiter Alexander Diertens. Ob erneut Kastanien oder andere Baumarten gesetzt werden sollen, ist aber noch fraglich. Diertens weist auf ein Problem hin: Baumwurzeln könnten die 40 Zentimeter dicke Haupttrinkwasserleitung vom Wasserwerk zum Wasserturm umwuchern und hochdrücken. „Wenn diese Leitung zu Schaden kommt, haben wir ein Problem“, so Diertens.

Auch die Bäume, die nicht gefällt werden, sollen Pflegeschnitte erhalten. Erst in der vergangenen Woche brach die Krone einer geschädigten Kastanie. Im April fiel ein durch den Brandkrustenpilz ausgehöhlter Stamm einfach um. Die Allee ist seit den 1940er-Jahren zwar nicht mehr öffentlich zugänglich, aber Gefahren drohen nicht nur den SWN-Mitarbeitern im Werk. Diertens: „Wenn ein Baum auf eines der sechs Brunnenhäuschen fällt, kann das sehr teuer werden.“ Die Neuanlage eines Trinkwasserbrunnens kostet bis zu 150  000 Euro.

„Es ist noch nicht ganz klar, woher das Kastanien-Sterben kommt“, sagt Egon Blitza. Die bisherigen Versuche, der Miniermotte etwa durch Nisthilfen für Meisen und das Einsammeln des Laubs beizukommen, fruchteten jedenfalls nicht.

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