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Flüchtlinsstrom : Kaserne wird geräumt: Boostedt wird aufgestockt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bereits diese Woche werden die letzten Soldaten die Rantzau-Kaserne verlassen, um Platz für mehr Flüchtlinge zu schaffen.

Boostedt | Geplant war die Abwicklung der Rantzau-Kaserne in Boostedt eigentlich zum Jahresende. Doch nun geht alles viel schneller: Die Bundeswehr wird bereits zum Wochenende das verbliebene Gelände vorzeitig räumen, um weiteren Flüchtlingen Platz zu machen.

Offiziell teilte das Landeskommando der Bundeswehr in Kiel dazu auf Anfrage mit, dass in den kommenden Tagen das restliche Material umgelagert werde. „In Benutzung bleiben das Verwaltungsgebäude sowie ein weiterer Block. Wir gehen davon aus, dass der militärische Sicherheitsbereich im Anschluss aufgehoben wird und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) das Gelände übernimmt. Neue Zäune sind deshalb nicht geplant“, erklärte Oberstleutnant Ullrich Burchardi, Pressesprecher des Landeskommandos. Er teilte außerdem mit, dass die Einfahrt zur Flüchtlingserstaufnahmestelle weiterhin nur über das Nordtor führen werde.

Die Erweiterung der Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung Neumünster in der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt ist bis zum 2. Oktober geplant. Über die zukünftigen Belegungszahlen für die freigegebenen Gebäude konnte die seit einigen Tagen zuständige Besondere Aufbauorganisation der Landespolizei (BOA) noch keine Aussagen machen. „Uns liegen zurzeit noch keine neuen Zahlen vor“, hieß es dazu gestern Nachmittag aus der Pressestelle. Wie viele Menschen in welchem zeitlichen Ablauf dort hinkommen werden, konnte nicht gesagt werden.

Allerdings gab es gestern eine offizielle Pressemitteilung vom Landespolizeiamt zur Belegung aller Unterkünfte in Schleswig-Holstein. Dort wird Boostedt mit einer Kapazität von 1030 Flüchtlingen angegeben, aktuell sollen dort 645 Menschen untergebracht sein.

Bürgermeister Hartmut König (CDU) zeigte sich auf Anfrage wenig überrascht von den neuesten Entwicklungen. „Nachdem Innenminister Stefan Studt ja die zeitnahe Auflösung der Zeltstädte angekündigt hat, war das für mich nur eine Frage der Zeit“, sagte er. „Und auch was die Zahlen angeht, mache ich mir keine Illusionen. In der Kaserne waren einmal mehr als 2000 Soldaten untergebracht. Jetzt sind die Gebäude frei, also wird das Land diese Kapazitäten auch ausschöpfen“, lautete seine Einschätzung.

Was dies für die Gemeinde bedeute, könne man nicht im Geringsten abschätzen. „Das Gleiche gilt für die Helfer, die seit Monaten ihr Bestes geben. Mit dieser Situation umzugehen, übersteigt die privaten Möglichkeiten bei Weitem. Ebenso braucht aber auch die ehrenamtliche Gemeindevertretung Unterstützung. Das Land muss hier jetzt massive Hilfen schaffen, damit wir diese Situation überstehen“, erklärte Hartmut König. Weiterhin teilte er mit, dass er die Fraktionsvorsitzenden umgehend von den neuen Entwicklungen unterrichtet habe. Eine Krisensitzung sei nicht geplant. Nach wie vor sei die nächste Einwohnerversammlung bisher für Freitag, 9. Oktober, vorgesehen.

 


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