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Kaufhaus bleibt, Abriss geplant : Karstadt in Neumünster: Sparkasse Südholstein kauft Immobilie

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Sparkasse Südholstein übernimmt die Immobilie. Karstadt muss vorerst doch nicht schließen.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 14:28 Uhr

Neumünster | Die Sparkasse Südholstein will das alte Karstadt-Gebäude in Neumünster kaufen. Das gaben die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt. Die Sparkasse plane, den Komplex abzureißen. Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Sicher ist: Karstadt bleibt noch länger als ursprünglich geplant, kündigte Karstadt-Chef Stephan Fanderl an.

Mit der Eröffnung der Holsten-Galerie am Gänsemarkt wird die Innenstadt in Neumünster aktuell auf die Probe gestellt. Mehrere Geschäfte sind vom Großflecken in das neue Einkaufszentrum gewechselt, einige Läden stehen deshalb nun leer. Die Verwaisung der Karstadt-Immobilie wäre ein weiterer Rückschlag für Neumünsters Innenstadt gewesen.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Sparkasse will mit dem Kaufhaus einen Mietvertrag über fünf Jahre abschließen. Dann soll das Gebäude abgerissen werden. Vorgesehen ist, das derzeitige Karstadt-Haus durch einen neuen Gebäudekomplex mit Wohnungen, Einzelhandelsflächen und Räumen für die Sparkasse zu ersetzen. Das neue Konzept werde der besonderen Lage des Objektes gerecht werden – zum einen mit der Anbindung an den Park und die Wasserseite; zum anderen mit dem Anschluss an die innerstädtische Einkaufslage, erklärte Andreas Fohrmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südholstein .

Wir freuen uns sehr, dass sich die Situation in Neumünster so geändert hat, dass wir jetzt mit neuer Eigentümerstruktur die Filiale weiterbetreiben können“, sagte Fanderl. Karstadt werde nun umgehend sein Sanierungsprogramm auch am Standort Neumünster ausrollen.

Fohrmann sagte: „Mit dem heutigen Tag ist die Zukunft für eine der städtebaulich exponiertesten Flächen in Neumünster gesichert. Wir werden das gesamte Areal neu entwickeln und damit gleichzeitig die Wirtschaftskraft in der Region stärken.“

Oberbürgermeister Olaf Tauras freut sich darüber, dass die Entscheidung für die Entwicklung des Areals nun in der Region liege. „Wir sind beiden Unternehmen sehr dankbar – der Sparkasse für ihr Investment und Karstadt für die Entscheidung zu bleiben. Das ist ein großer und wichtiger Tag für Neumünster. Denn jetzt wird dieses wichtige, innerstädtische Areal gesichert, belebt und langfristig positiv entwickelt. Damit wird die Strategie der Stadt unterstützt, die gesamte Innenstadt vom Bahnhof bis zum Rathaus als zentralen Standort für Dienstleistungen, Handel, Gastronomie und Kultur nicht nur punktuell, sondern insgesamt fortzuentwickeln.“

Die Nachricht über den Fortbestand des Warenhauses wurde von den Karstadt-Mitarbeitern mit großer Freude aufgenommen. Viele zückten nach der gut 20-minütigen außerordentlichen Betriebsversammlung ihre Handys, telefonierten oder simsten den Angehörigen die frohe Botschaft, dass die Kündigungen zurückgezogen wurden.

Die Rücknahme der Schließungspläne war dann den ganzen Tag über das Gesprächsthema, auch unter den Kunden. „Es ist schön, dass Karstadt hier in der Stadt bleibt“, meinten zwei ältere Damen.

Eigentlich sollte Karstadt am Großflecken am 30. Juni 2016 schließen. Anfang dieser Woche wurde der Termin sogar auf den 31. Mai vorverlegt. Diese Pläne sind nun hinfällig. Bislang war nur spekuliert worden, wie die Immobilie im Stadtzentrum weiter genutzt werden könnte. „Es gibt mehrere potenzielle Investoren, mit denen ich im Gespräch bin“, sagte Oberbürgermeister Olaf Tauras Ende Oktober.

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