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Trakehner Hengstmarkt in Neumünster : Kara ben Nemsi hatte bis gestern 17 Besitzer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die „Medienkonsorten“ hatten auf das richtige Pferd gesetzt: Der Hengstrappe wurde gekört und verkauft

Neumünster | Kara ben Nemsi – welcher Karl-May-Liebhaber gerät bei diesem Namen nicht ins Schwärmen? Schließlich handelt es sich um einen mutigen Helden, der in den Romanen des deutschen Schriftstellers zahlreiche Abenteuer erlebt. Ob die „Medienkonsorten“ als 17-köpfiges Besitzerkonsortium dieses allerdings bedacht haben, ist nicht belegt. Ihr Hengst Kara ben Nemsi war einer der Kör-Anwärter beim Trakehner Hengstmarkt am Wochenende.

Doch auf ein Abenteuer haben sich die Journalisten, Redakteure und Fotografen, die im Jahr 2015 das Hengstfohlen Kara ben Nemsi (von Luxor) für 15 500 Euro ersteigerten auf jeden Fall eingelassen.

„Darüber geredet wurde immer einmal wieder. Doch in dem Jahr waren wir alle so begeistert, dass wir es schließlich durchgezogen haben“, erzählte Detlef Thun als einer der Mitbesitzer. Dass ein Pferd mehrere Eigentümer habe, sei nicht ungewöhnlich. „Aber dass sich eine Gruppe von 17 Leuten über die Aufzucht und Ausbildung eines Fohlens einigen muss, ist meines Wissens nach noch nicht vorgekommen. Es wurde wirklich sehr lange und sehr ausgiebig darüber diskutiert“, gab er schmunzelnd preis.

Letztlich wurde das Schicksal des Fohlens jedoch in die erfahrenen Hände von Hauke Jäger gelegt, der einen Zucht- und Ausbildungsbetrieb in Lütjenburg führt. Hierher pilgerten nun regelmäßig die Medienkonsorten. „Ständig stand einer auf dem Hof und wollte nach dem Kleinen sehen. Manchmal musste ich schon darüber lachen, wenn sie sich praktisch die Klinke in die Hand gaben“, berichtete Züchter Hauke Jäger.

Spannend wurde es dann noch einmal vor gut zehn Monaten. Denn „Kara ben Nemsi“ entwickelte sich zwar prächtig, doch es fehlte ihm mit 152 Zentimetern an der erforderlichen Größe. Denn für einen Kör-Anwärter sind 160 Zentimeter Stockmaß Pflicht. „Zu dieser Zeit haben wir ernsthaft überlegt, ihn kastrieren zu lassen und als Reitpferd zu verkaufen. Aber glücklicherweise hat uns Hauke davon abgehalten“, erzählte Detlef Thun.

„Wir haben bei der Begutachtung durch die Körkommission zu zehnt mit schweißnassen Händen dagestanden und die Daumen gedrückt. Man kann sich vorstellen, wie erleichtert wir waren, als Zuchtleiter Lars Gehrmann die Größe von 162 Zentimetern verkündete und ihn damit in die Riege der Anwärter aufnahm“, berichtete er weiter. Der Rappe war in guter Form. Mit der Körung von Kara ben Nemsi am Sonnabend zeigte sich, dass die Medienkonsorten auf das richtige Pferd gesetzt hatten. Bei der spannenden Auktion wechselte Kara ben Nemsi gestern für 29 000 Euro den Besitzer. 


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