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Tierpark : Kap geht, und stattdessen kommt ein Pärchen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Eisbär verlässt Neumünster und soll in Karlsruhe für Nachwuchs sorgen / Vitus und Larissa kommen

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | 13 seiner 17 Lebensjahre verbrachte er in Neumünster, nun zieht er um: Eisbär Kap verlässt noch vor Ostern den Tierpark. Er soll im Zoo Karlsruhe für Nachwuchs sorgen. Das teilte die zoologische Leiterin Verena Kaspari gestern mit. Im Gegenzug werden die beiden zuchtunfähigen Tiere Vitus (16) und Larissa (26) aus Karlsruhe in den Stadtwald umziehen. Vitus gilt mit einer (aufrechten) Größe von 3,50 Meter und einem Gewicht von 600 Kilogramm als der größte der 26 in Zoos lebenden Eisbären in Deutschland, wenn nicht gar in ganz Europa.

„Für uns ist der Tausch wirklich ein Glücksgriff“, erklärte Verena Kaspari gestern am Rande des Eisbärentages (siehe Bericht unten). Kap sei im besten Eisbärenalter und bringe zum Züchten wertvolle Gene mit, da er aus der sogenannten Moskauer Blutlinie stamme. Experten des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin hatten vor wenigen Wochen für das Europäische Erhaltungszuchtbuch die Fruchtbarkeit des 300 Kilogramm schweren Bullen untersucht. Die Ergebnisse sind positiv. In Karlsruhe soll er nun mit der gleichaltrigen, aus Wien stammenden Nika Nachwuchs zeugen. Anders als bei Eisbär Knut, der von Kaps Vorgänger Lars in Berlin gezeugt wurde und dessen Vermarktung dem Tierpark 430  000 Euro einbrachte, gebe es nun keine Verträge mit Karlsruhe über Besitzverhältnisse von künftigen Nachzuchten. „Das ist nicht mehr üblich“, sagte Verena Kaspari.

Auch wenn das neue Paar Vitus und Larissa zeugungsunfähig ist, will sich der Tierpark mittelfristig auf eine spätere Zucht einstellen. Wenn die mit 36 Jahren schon äußerst betagte Braunbär-Dame „Püppi“ im Bärenhimmel ist, soll ihr Gehege ebenfalls für Eisbären genutzt werden. „Neue Richtlinien schreiben vor, dass Zoos nur dann Nachwuchs haben dürfen, wenn mindestens zwei Gehege zur Verfügung stehen“, erklärte Verena Kaspari. Allerdings fehle dem Tierpark bisher das Geld für einen Umbau der Braunbär-Anlage.

Kritik, die jetzige Anlage sei für zwei Eisbären viel zu klein, wies die Biologin, die selbst einmal in Karlsruhe gearbeitet hat, gestern erneut zurück. „Wir liegen mit einer Fläche von etwas über 1000 Quadratmetern Außenanlage weit über der im neusten Säugetiergutachten geforderten Mindestgröße für Eisbärpaare von 400 Quadratmetern.“ Allerdings, so räumte sie ein, seien die Innenställe recht klein. Sie wären derzeit auch noch nicht zum Züchten geeignet.

Kap, der in Moskau geboren wurde, kennt übrigens Nika bereits von früher. Damals war er aber noch zu jung, um Babys zu zeugen. „Eine besondere Herausforderung wird es in den nächsten Wochen sein, den logistisch sehr aufwändigen Transport der Eisbären zu organisieren. Aber mit vereinten Kräften werden wir auch das stemmen“, sagte Verena Kaspari gestern optimistisch.

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