zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 04:15 Uhr

Boostedt : Kantorin zieht nach Greifswald

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rhea Böhme verlässt die Gemeinde aus familiären Gründen. IhreNachfolge ist noch nicht geklärt.

Boostedt | Rhea Böhme, die Kantorin der evangelisch-lutherischen Bartholomäusgemeinde, verlässt Boostedt. Die 46-Jährige zieht Mitte August mit ihren beiden Kindern Jaira (8) und Josias (5) von Großenaspe nach Greifswald.

„Der Abschied fällt mir schwer. Aber ich möchte meiner Tochter eine angemessene Schulbildung ermöglichen“, sagte die Kirchenmusikerin. Ihre Tochter ist hochbegabt, und in Greifswald kann sie mit ihresgleichen auf eine spezielle Schule gehen. Greifswald ist für Rhea Böhme kein Neuland, denn dort hat sie ihr Studium der Kirchenmusik absolviert.

Zuvor hat die Musikerin, die in München geboren wurde, allerdings in einem ganz anderen Bereich gearbeitet: „Ich habe in Hamburg Technische Betriebswirtschaft studiert und war anschließend fünf Jahre im Marketing tätig. Das hat mich aber nicht erfüllt, und ich bin zu meinem ursprünglichen Wunsch zurückgekehrt, etwas mit Musik machen zu wollen. Zugleich wollte ich meinen Glauben vermitteln“, schilderte die Christin ihren Weg zur Kirchenmusikerin.

So hat Rhea Böhme neben ihrem Marketing-Job für die Aufnahmeprüfung gebüffelt – in zehn Monaten hat sie neben anderen musikalischen Fächern Kirchenorgel spielen gelernt. Aber die Frau mit dem heidnischen Vornamen – Rhea ist in der griechischen Mythologie die Mutter des Zeus – liebt auch das Klavier und die Westerngitarre, weshalb sie eine Zusatzausbildung in Populärmusik in der Kirche gemacht hat.

Dieses Vermögen konnte sie in Boostedt einbringen, als sie Ende 2012 den Chor übernommen hatte. Einige Monate später zog sie nach Großenaspe. Seitdem war sie mit einer halben Stelle verantwortlich für die musikalische Gottesdienstgestaltung, die Kirchenchor- und Posaunenchorleitung. „Ich hatte hier sehr viel Gestaltungsfreiraum“, sagte sie anerkennend.

Pastor Thomas Lemke lobte ihre Arbeit: „Ihr Weggang ist natürlich ein Bruch. Sie hat tolle Fußstapfen hinterlassen und hat sich sehr engagiert.“ Rhea Böhme pflegte Kontakte zu anderen Kirchenchören, um mit ihnen und dem Boostedter Chor gemeinsame Konzerte zu geben. Ihr letzter Streich war das Reformationskonzert mit Aufführung der Reformationskantate „Preise, Jerusalem“ von Gottfried August Homilius gemeinsam mit dem Chor aus Brokstedt und einem Orchester. Sie ist jüngst von ihrer Gemeinde feierlich verabschiedet worden.

Beruflich hat Rhea Böhme in ihrer neuen Heimat schon Fuß gefasst, denn sie wird an zwei Grundschulen Musik, Englisch und Religion unterrichten. Wer in Boostedt ihre Stelle einnehmen wird, ist noch nicht klar. „Einen Nachfolger haben wir noch nicht“, sagte Thomas Lemke. Auf Musik müssen die Gottesdienstbesucher bis dahin nicht verzichten, es gibt Vertretungen, die aushelfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen