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Courier-Wettbewerb : Kant-Schüler fahren zum Bundespräsidenten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Klasse Q1 h der Immanuel-Kant-Schule schaut sich gemeinsam mit Joachim Gauck im Zoo-Palast den Film „Elser – Er hätte die Welt verändert“ an.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2015 | 07:30 Uhr

Die Klasse Q1 h der Immanuel-Kant-Schule wird nach den Osterferien gemeinsam mit ihrem Lehrer Nis Olaf Popp nach Berlin fahren, dort in der Sondervorführung des Films über den Hitler-Attentäter Georg Elser teilnehmen und den Bundespräsidenten treffen. Die Courier-Redaktion, die zu der Tour einlädt, hat die Gymnasiasten dafür ausgewählt.

Die Kant-Schüler der Q1 h wollen im kommenden Jahr Abitur machen und haben als Schwerpunkt das Fach Wirtschaft/Politik belegt. In ihrer Bewerbung überzeugten sie mit einem fundierten Wissen zu der Thematik. So haben die Jugendlichen sich im Unterricht unter anderem bereits mit der Frage beschäftigt, wie politische Verhältnisse beschaffen sein müssen, die eine enorme Brutalität gegen Einzelne sowie eine systematische Misshandlung ganzer Bevölkerungsgruppen möglich werden lassen. Antworten und Hinweise suchte die Klasse unter anderem im Gespräch mit zwei jungen Flüchtlingen aus dem Irak und aus Syrien. Die Kant-Schüler besuchten das Konzentrationslager Neuengamme (Hamburg), das als Beispiel für eine systematische angelegte, technisch durchgeplante Form der Menschenvernichtung gilt. Außerdem beschäftigten sie sich mit dem sozialpsychologischen Blickwinkel, indem sie den „autoritären Charakter“ nach Adorno untersuchten. Ganz aktuell wurden auch die Gräueltaten des Islamischen Staats (IS) zum Inhalt ihrer Untersuchungen.

„Wir würden uns freuen, wenn unsere Bemühungen um eine Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit und um eine Verständigung mit den heutigen Flüchtlingen durch die Fahrt zum Bundespräsidenten belohnt würden“, schreibt die Klasse in ihrer Bewerbung. So soll es sein: Diese Begegnung wird am 22. April stattfinden.

Dann wird Joachim Gauck mit etwa 650 Schülern aus ganz Deutschland im Zoo-Palast den Film „Elser – Er hätte die Welt verändert“ sehen (der Courier berichtete). Regisseur ist Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“). Der Film handelt von Georg Elser, der am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller eine Bombe zündete. Zwar detonierte der Sprengsatz, allerdings 13 Minuten zu spät. Da hatten Hitler und die NS-Führungsriege das Gebäude bereits wieder verlassen. Wäre die Bombe planmäßig explodiert, wären mit Hitler wahrscheinlich auch Himmler, Bormann, Goebbels und Heß ums Leben gekommen. Elser wurde verhaftet, verhört, gefoltert, in Dachau inhaftiert und später von SS-Leuten erschossen.

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