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Nächtlicher Unterricht : Kant-Schüler erlebten Mondfinsternis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

20 Kinder trafen sich mit Eltern und Lehrern morgens um 4 Uhr auf dem Schulhof, um das Spektakel am Himmel zu beobachten.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | „Die möchten wir gerne in der Schule erleben“, wünschten sich die Schüler der Klasse 8a der Immanuel-Kant-Schule (IKS), als ihre Physiklehrerin Anja Kirch sie in der vergangenen Woche auf die Mondfinsternis in der Nacht zu gestern hinwies. Und so fanden sich am Montag um 4 Uhr früh rund 20 Kinder im Alter von 13 und 14 Jahren und Eltern auf dem Schulhof der IKS ein.

Anja Kirch und ihr Kollege Bernd Huhn hatten einiges vorbereitet: Ein großer Feldstecher auf einem soliden Stativ und ein eindrucksvolles Spiegelteleskop standen bereit und waren schnell umlagert.

Jeder wollte damit den Anblick des Mondes genießen, dessen direkt von der Sonne angestrahlter Teil schnell kleiner wurde, während der Rest in geheimnisvollem Rot leuchtete. „Eigentlich sollte der Mond im Kernschatten der Erde ja gar nicht zu sehen sein. Je heller er dort erscheint, desto mehr Staub befindet sich in der Erdatmosphäre, denn der streut bevorzugt rotes Licht in den Schattenbereich“, erklärte Bernd Huhn den Kindern.

Auch mitgebrachte Fernrohre und Fotoapparate richteten sich auf den Mond. Besonders gerne nutzten die Sterngucker ein zum Fernrohr umgebautes Teleobjektiv, das an dem großen Spiegelteleskop befestigt war.

Dank einer einfachen Halterung konnte dort jeder sein Handy anbringen und wackelfreie Großaufnahmen des Mondes machen. Allen, die gerade nicht beschäftigt waren, drückte Anja Kirch einen Quiz-Zettel zur Mondfinsternis in die Hand. Die kniffligen Fragen lösten lebhafte Diskussionen um die richtigen Antworten aus.

Der Mond blieb lange genug dunkel, um auch noch einige Höhepunkte des winterlichen Sternhimmels anzuschauen. Ein zweites Spiegelteleskop war schnell aufgebaut und zeigte trotz der störenden Schulhofbeleuchtung die Sichel der Venus, das Sternentstehungsgebiet im Orionnebel, die Nachbar-Galaxie M 31 und einen wunderschönen Sternhaufen in der Milchstraße.

Erst gegen 6 Uhr, als der Mond schon wieder einen gleißend hellen Rand bekommen hatte, machten sich die letzten Nachtschwärmer zufrieden auf den Heimweg. Nicht mal zwei Stunden später saßen Schüler und Lehrer dann schon wieder – vielleicht etwas müde – im Unterricht.


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