zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 10:17 Uhr

Kaninchen kuscheln auf Kommando

vom

Die Tasdorferin Michaela Schott arbeitet therapeutisch mit Tieren / Kinder können durch engen Kontakt Ängste und Konflikte überwinden

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Tasdorf | Wenn Michaela Schott pfeift, kommen ihre Kaninchen brav aus dem Bau. Thule, Lillemoor, Mullewap und Tometott haben gelernt, auf die Laute ihrer Besitzerin zu hören. Zukünftig sollen die süßen weißen Kuscheltiere die Tasdorferin bei ihrer Arbeit in der tiergestützen Pädagogik begleiten.

Die therapeutische Arbeit mit Tieren fasziniert die 43-Jährige seit langer Zeit. Die gelernte Erzieherin und Heilpädagogin arbeitet bereits seit einigen Jahren gemeinsam mit ihren Hunden Stöpsel und Deika in Kindergärten, Seniorenheimen und Schulen. "Es ist immer wieder toll, wenn man sieht, wie gut die Tiere den Klienten tun und welche Fortschritte man schon nach kurzer Zeit beobachten kann", erzählt sie begeistert.

Das Erleben von Wärme, Zuneigung und Vertrauen, aber auch die erforderliche Disziplin im Umgang mit einem Tier kann insbesondere Kindern helfen, Ängste und Konflikte zu überwinden. "Wenn ein Kind zum Beispiel sehr scheu ist, kann die Begegnung mit einem Hund das Selbstbewusstsein stärken", erzählt Michaela Schott aus Erfahrung. Auch das Schließen von Freundschaften könne durch diese positive Erfahrung gestärkt werden, berichtet sie weiter.

Nun sollen also auch die kleinen Schlappohren Kindern und älteren Menschen helfen, sich von Ängsten zu lösen oder sich in der Nähe der Tiere zu entspannen. "Kaninchen eignen sich für diese Arbeit besonders gut, weil sie keine Angst machen. Außerdem sind sie handzahm und sowieso einfach nur kuschelig", erläutert die Trainerin schmunzelnd ihre Wahl.

Seit einigen Wochen wird nun schon fleißig geübt. Denn nicht nur die Menschen, auch die Tiere liegen der Michaela Schott am Herzen. "Für die Tiere bedeutet das Zusammensein mit Menschen oft großen Stress. Deshalb ist es wichtig, die Kaninchen an die Anwesenheit, das Anfassen und Streicheln zu gewöhnen", erklärt sie.

Den vier weißen Hoppelhasen scheint die Aufmerksamkeit allerdings sehr zu gefallen. Zutraulich und neugierig hüpfen sie zu ihrer Trainerin, um sich ein bisschen Löwenzahn abzuholen. Mullewap, Thule und Lillemoor lassen sich schon geduldig streicheln und hochheben. Und auch die Anwesenheit der Golden Retriever-Hündin Deika stört sie dabei schon nicht mehr.

Nur der kleine Tometott zeigt sich noch ein bisschen skeptisch, aber mit Geduld wird auch er sich noch zu einem zutraulichen "Therapiehasen" entwickeln, ist seine Besitzerin überzeugt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen