Landesverbandsschau der Rassekaninchenzüchter : Kaninchen in Bestform

Thomas Wegner und sein Champion. Das Tier gehört zu der in Schleswig-Holstein neuen Rasse „Kleiner Rex“.
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Thomas Wegner und sein Champion. Das Tier gehört zu der in Schleswig-Holstein neuen Rasse „Kleiner Rex“.

1064 Tiere wurden am Wochenende bei der Landesverbandsschau in Neumünster genau unter die Lupe genommen.

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08. Januar 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Ob Schlappohren oder Stehohren, mit puscheligem Langhaarfell oder im geschmeidigem Kurzpelz, ob stolze Acht-Kilogramm-Wuchtbrummen oder zarte Dreipfünder: Niedlich waren sie alle, die 1064 Tiere, die am Wochenende bei der 66. Landesverbandsschau der Rassekaninchenzüchter in der Holstenhalle zu sehen waren und die insgesamt 250 Besucher begeisterten. Nachdem die Schau in den vergangenen Jahren in anderen Städten Schleswig-Holsteins stattgefunden hatte, war sie nun zum dritten Mal in Folge wieder in Neumünster. „Neumünster liegt zentral und außerdem haben wir hier traditionell eine Hochburg der Kaninchenzucht“, meinte Thomas Wegner, Zuchtwerbewart des ausrichtenden Vereins U 52.

160 Altzüchter und 52 Jugendzüchter zeigten ihre Kaninchen am Freitag 16 Preisrichtern, die die Tiere auf Fell und Pfoten prüften. „Mit dem Zustand der Tiere in Schleswig-Holstein können wir hochzufrieden sein. Es sind sehr gute Ergebnisse erzielt worden “, sagte Thomas Wegner weiter. Er selbst ist mit einer im Land bisher einzigartigen Rasse angetreten und gleich Landesmeister geworden. „Kleiner Rex, castorfarben“ heißt die Rasse, und an ihr erläutert der Züchter den aktuellen Zuchttrend: „Man geht weg von den Riesenrassen und hin zu den kleinen, leichten. Die Tiere sind einfacher im Umgang. Außerdem sind zurzeit kurze Haare beliebt.“ Thomas Wegner liebt seine Tiere und beschäftigt sich intensiv mit ihnen. „Ich kümmere mich täglich um sie und bringe ihnen auch bei, wie sie sich auf einen Tisch setzen müssen, damit der Preisrichter sie in Ruhe beäugen kann. Das Kaninchen sollte sich gerne präsentieren und darf ruhig eine Rampensau sein“, scherzte er. Ganz ernst allerdings ist sein Hinweis auf die heilende Wirkung, die von Kaninchen ausgehen kann: „Es gibt auch Therapiekaninchen, die das Schmusen brauchen und etwa in Pflegeheimen den Menschen für kurze Zeit zum Kuscheln gegeben werden.“

Auf der Suche nach einem echten Schmusehasen war auch Tim Stölting aus Neumünster. „Meine Tochter Leni (8) möchte gerne ein Kaninchen als Haustier haben“, erklärte er am Sonntag beim Besuch der Ausstellung. Hilfreiche Tipps bekam er bei Züchterin Michaela Szeimis (49) aus Flintbek. Sie erklärte etwa, dass Tiere mit Hängeohren grundsätzlich ein ruhigeres Temperament haben. Die Expertin holte einen Zwergwidder aus dem Käfig und erklärte der kleinen Leni, wie sie das Tier am besten auf dem Arm sichert.

„Ich habe mit 16 Jahren angefangen zu züchten und kann mich total entspannen, wenn ich mit den Kaninchen zusammen bin“, so Michaela Szeimis, die bei U 52 Mitglied ist. Auf den Teller kommen ihre Tiere allerdings nie: „Das habe ich meinen Kindern versprochen.“

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