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Konzert : Kammermusik in außergewöhnlicher Besetzung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das „Schwarz-Gold-Trio“ präsentierte die reichen Facetten von Trompete, Posaune und Klavier. 250 Besucher erlebten im Theater in der Stadthalle überraschende Hörerlebnisse

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Viola, Violoncello, Kontrabass – Klavier, Flöte, Fagott – Klavier, Oboe, Horn. Solche Besetzungen kennt man. Aber Klavier, Posaune und Trompete als Trio auf der Bühne? Das ist ungewöhnlich und klingt auch so.

In den Genuss dieses außergewöhnlichen Klanges kamen am Montagabend 250 Besucher im Theater in der Stadthalle. Im Rahmen der Abokonzerte traten der Solotrompeter Andre Schoch, der Pianist Friedrich Höricke und der schwedische Soloposaunist Lars Karlin auf. Zusammen sind sie das Schwarz-Gold-Trio, benannt nach den Farben ihrer drei Instrumente.

„Im 19. Jahrhundert schufen namhafte Komponisten Werke, mit denen Violinisten, Pianisten und Cellisten virtuos glänzen konnten“, erläuterte Friedrich Höricke. Auch für Flöte, Klarinette und Horn wurde solistisch komponiert. Trompete und Posaune traute man ein solches Potential nicht zu. Sie galten als schwerfällig.

Das Schwarz-Gold-Trio liefert den Gegenbeweis. Mit Kammermusikwerken aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die ursprünglich für andere Besetzungen konzipiert waren, eröffnet das Trio überraschende Hörerlebnisse. Mit schön gestalteten Übergängen und differenzierten Tempiwechseln gelingt es ihm, Mozarts „Trio in Es-Dur“ einen ganz neuen Klang zu geben, ohne dem Werk die typischen Dialoge zwischen den Instrumenten zu nehmen. Bereits beim ersten Stück des Abends bewiesen die drei Musiker ihr virtuoses Spiel.

Beim folgenden Stück, das Carl Reinecke ursprünglich für Oboe, Horn und Klavier geschrieben hatte, beeindruckten Schoch, Höricke und Karlin im 2. Satz mit wahnsinnig schnellen Tonrepetitionen, im 1. Satz gelang ihnen ein exaktes Unisono am Schluss und beim langsamen Satz ließen sie Elemente von Popmusik erklingen. Reineckes Trio gehörte zu den Höhepunkten des Abends.

Modern wurde es am Schluss. In York Bowens „Ballade op.133“ bewies Friedrich Höricke einmal mehr seine vollgriffige Tastenkunst. Im hochexpressiven Stück des englischen Komponisten entlockte Lars Karlin seiner Posaune die tiefsten Töne, Andre Schoch hielt mit einer gedämpften Trompete dagegen, und Höricke meisterte die schwere Klavierbegleitung virtuos.

Gern hätte man als Zuhörer erfahren, worin die drei Ausnahmemusiker den Reiz ihrer ungewöhnlichen Besetzung sehen, doch diese Erklärung blieben Andre Schoch, Friedrich Höricke und Lars Karlin dem Publikum leider schuldig.




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