zur Navigation springen

Freisprechung : Kaminkehrer tragen stolz den Zylinder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Museum Tuch + Technik gab den Rahmen für die zentrale Freisprechungsfeier des Schornsteinfegerhandwerks in Schleswig-Holstein

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | „Traditionelles Handwerk vor traditionellen Maschinen im Museum Tuch + Technik“ – nicht nur Gerhard Möller, der Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Lübeck, war vom Schauplatz der zentralen Freisprechungsfeier in Neumünster begeistert. Mit seinem Kollegen Hauke Stuhlmacher, dem Obermeister der Innung Flensburg, sprach Möller vor den geöffneten Innungsladen den aktuellen Junggesellenjahrgang frei.

Junggesellen ist nicht ganz richtig, denn schon längst tragen auch Frauen die schwarze Kluft der Schornsteinfeger. Unter den 22 Freigesprochenen waren mit Nina Andrea Möller (Westerrönfeld), Charlene Kollek (Lübeck) und Lena Schipmann (Neuendorf) auch drei junge Frauen. Sie trugen ebenso stolz wie ihre männlichen Kollegen den Zylinder, den man erst nach der bestandenen Gesellenprüfung aufsetzen darf.

Und eine weitere Tradition lebt noch, erfuhren die gut 100 Gäste der Freisprechungsfeier von Obermeister Gerhard Möller. „Schornsteinfeger tragen keine Socken, sondern sind barfuß in den Schuhen, weil sich Kamine von innen besser barfuß besteigen ließen“, sagte Möller.

Als Bester der Innung Lübeck erhielt Jens Horstmann ein Präsent. Der 23-Jährige aus Henstedt-Ulzburg lernte bei seinem Vater Sven Horstmann in Norderstedt. Bester der Flensburger Innung ist Lars Schachtel. Auch er lernte sein Handwerk im väterlichen Betrieb, war aber bei der Freisprechungsfeier verhindert.

Dass diese nach Jahren wieder einmal in Neumünster stattfand, liegt nicht nur an der zentralen Lage der Stadt. „Wir haben in Neumünster am Krummredder 13 in Gadeland auch die Geschäftsstelle unseres Landesinnungsverbands “, sagte Gerhard Möller. 98 Prozent der Schornsteinfegerbetriebe sind – freiwillig – Mitglied in der Innung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen