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Baustelle Parkhaus : Kaiserstraße wird zur Sackgasse

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Für den Kanalanschluss des Parkhauses muss die Stadt weitere Sperrungen einrichten. Die Baufirma protestiert: „Unsere Lkw können nicht mehr abfahren“

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 06:15 Uhr

Neumünster | Über die Verkehrsführung rund um die Parkhaus-Baustelle an der Kaiserstraße zeichnet sich ein handfester Krach zwischen Stadt und Baustellenleitung ab. Auslöser der Unstimmigkeiten: Um das neue Parkhaus ans Kanalnetz anzuschließen, will die Stadt die Kaiserstraße für zwei Wochen zur Sackgasse machen. Auf der Parkhaus-Baustelle befürchtet man erhebliche Probleme für den Lkw-Verkehr zum Bauplatz. Eine Einigung drängt: Bereits ab morgen, 3. September, sollen in der Kaiserstraße die Tiefbauarbeiten beginnen.

So stellt sich die Stadt die Baustellenregelung vor: Autofahrer aus Richtung Bahnhof können das Parkhaus dann nicht mehr gegen den Uhrzeigersinn umrunden. Stattdessen werden sie bereits ab Höhe Finanzamt geradeaus geleitet – links am neuen Parkhaus vorbei. Die Sackgassen-Stummel bis zum Commerzbank-Parkplatz und auf der anderen Seite bis zur Absperrung vor dem Busbahnhof können weiter befahren werden. Allerdings muss der Verkehr auf derselben Strecke die Kaiserstraße wieder Richtung Konrad-Adenauer-Platz-verlassen. Es gibt also Gegenverkehr!

Um den nötigen Platz für den Gegenverkehr zu schaffen, sollen im Bereich der Kaiserstraße 18/20 etwa sechs Parkplätze gesperrt werden. Diese Regelung soll voraussichtlich bis 14. September gelten.

Im zweiten Bauabschnitt ab 17. September wird der Kanal dann in Höhe der Hausnummer 20 geöffnet, dafür ist allerdings keine Vollsperrung nötig. Autofahrer fahren dann wieder wie gehabt gegen den Uhrzeigersinn um das Parkhaus und werden an der Baustelle vorbeigeleitet. Voraussichtlich Ende September sollen die Arbeiten am Kanal abgeschlossen sein. Dann sollen auch die Parkflächen vor den Hausnumern 18 / 20 wieder zur Verfügung stehen.

Die Stadt appellierte gestern an alle Autofahrer, die Kaiserstraße während der Bauarbeiten soweit wie möglich zu meiden.

Den Bauplanern des Parkhauses nützt das wenig: Bislang sei man mit dem Kreisverkehr rund um die Baustelle gut gefahren, sagte Bauleiter Joachim Streese gestern. Werde jetzt der Kreisel aufgehoben, müssten die Laster aber wenden. „Dafür fehlt schlicht der Platz“, protestiert Streese. Er fordert, die Sperrung der Kaiserstraße zum Busbahnhof aufzuheben, damit die Transporter Richtung Bahnhofstraße oder Bahnhof abfahren können.

Das aber will die Stadt auf jeden Fall vermeiden: Die Strecke würde sofort als Schleichweg auch von anderen Autofahrern missbraucht, die dann den Busbahnhof auf Dauer blockieren, argumentiert Thomas Lange von der Stadt. Heute soll auf einer Baubesprechung nach einer Lösung gesucht werden.

Standpunkt

Kann das gutgehen? Gegen- und Baustellenverkehr  mit umständlich wendenden Schwertransportern in einer engen, langen Sackgasse ohne Wendestationen?  Man muss kein Verkehrsexperte sein, um das zu bezweifeln. Bei allem Verständnis für die nicht eben leichte Aufgabe, die eingeschnürten Verkehrsflüsse durch die Superbaustelle Innenstadt sinnvoll  zu steuern: Im Falle der  Kaiserstraße manövrieren sich die Planer offenbar gerade selbst in eine Sackgasse. Das Chaos rund um die Parkhausbaustelle ist absehbar.    Baustellenleitung und Stadt  sind gut beraten, die Verkehrsführung in der Kaiserstraße für die  nächsten Wochen noch einmal  zu überdenken!  Vermutlich bleibt als Lösung nur die Öffnung zum  Busbahnhof, notfalls eben mit  Polizeikontrollen.

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