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Holstenköste : Kälte und Regen hielten echte Flohmarkt-Fans nicht auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Trockene Plätzchen waren beim Aufbau ab 4 Uhr sehr begehrt, doch nicht jeder fand eines. Rund 100 Aussteller weniger als im vergangenen Jahr boten ihre Waren an.

Neumünster | Um 4 Uhr gestern Früh ist die Hoffnung noch groß: „Das wird wieder trocken, da habe ich gar keine Bedenken“, meint Ursula Beuer aus der Gartenstadt und schlängelt sich als eine der ersten mit dem Auto am Wachposten des von der Stadt organisierten Sicherheitsdienstes vor dem Rathaus vorbei auf den Großflecken. Sie will sich bei Nieselregen und gerade einmal zwölf Grad einen der begehrten trockenen Plätze sichern.

Doch ihre Zuversicht wird nicht belohnt. Bis nachmittags regnet es fast ununterbrochen; mal mehr, mal weniger. Der Andrang am frühen Morgen hält sich daher auch in Grenzen. Viele Verkäufer haben bereits Freunde oder Familienmitglieder zu Fuß vorgeschickt, um Plätze unter Vordächern oder in den Buswartehäuschen zu reservieren und dann mit dem Auto die Ware anzuliefern.

So wie Sonja Zimmermann aus Faldera: Sie wartet gegenüber vom Gänsemarkt an den Kuhberg-Arkaden auf ihren Mann. Er bringt um kurz nach 4 Uhr mit dem Auto den Tapeziertisch und die Ware – viele Klamotten und viel Tupperware. „Ich war seit 15 Jahren nicht mehr auf dem Flohmarkt. Jetzt hatte sich so einiges angesammelt“, erzählt die Justizvollzugs-Angestellte. Die ersten Interessenten lassen nicht lange auf sich warten. „Haben Sie Elektronik oder Münzen?“, will ein Mann wissen. Als Sonja Zimmermann verneint, geht er weiter. Mittags ist sie mit dem Geschäft zufrieden. Die hohen Kleiderstapel sind deutlich geschrumpft, die Tupperware so gut wie weg. Eines der letzten Teile ergattert Hans-Jürgen Bock aus Kiel. „Für einen Euro können Sie nichts falsch machen“, lockt Sonja Zimmermann.

Ein paar Meter weiter bauen um 4.30 Uhr Tim und Ilona Mecklenburg aus Bordesholm und Steffani Dose aus der Böcklersiedlung ihren Stand auf. „Wir sind seit vielen Jahren immer wieder hier“, sagt Steffani Dose. Ilona Mecklenburg bemängelt die fehlenden Toiletten. „Jetzt müssen wir bis 7 oder 8 Uhr warten, bis die Bäcker aufmachen. Und da darf man auch nur aufs Klo, wenn man was kauft“, sagt sie.

Viele Verkäufer finden keinen trockenen Platz mehr. Elena Schmidt und ihr Lebensgefährte Dimitri Koch aus Gadeland sowie das Ehepaar Olena und Ihor Breyter aus Wittorf bauen um 5 Uhr mitten auf dem Großflecken im Regen auf. „Uns macht das Wetter nichts aus“, sagen sie. Ein paar Meter weiter deckt Juliane Schultz mit Folien die Ware ab. „Ich bin erstaunt, dass trotz des Wetters hier so viel los ist“, meint die junge Frau.

Stadtsprecher Stephan Beitz schätzt am Nachmittag, dass rund 100 Verkäufer weniger als im vergangenen Jahr ihre Waren anboten. Wegen des Regens wurde der Abbau ab 12 Uhr (statt 15 Uhr) erlaubt. Doch viele packten gestern schon nach ein oder zwei Stunden wieder ein und fuhren nach Hause.

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erstellt am 13.Jun.2016 | 08:15 Uhr

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