Kabinenpredigt hilft VfR in die Spur - Einkaufstour geht weiter

VfR-Neuzugang Christian Rave (li.), hier Zweikampfsieger gegen Todesfeldes Vincenzo Testa, sammelte dank einer kämpferisch tadellosen Vorstellung den einen oder anderen Pluspunkt. Foto: Schmuck
VfR-Neuzugang Christian Rave (li.), hier Zweikampfsieger gegen Todesfeldes Vincenzo Testa, sammelte dank einer kämpferisch tadellosen Vorstellung den einen oder anderen Pluspunkt. Foto: Schmuck

shz.de von
27. Juli 2012, 03:59 Uhr

Seth | Im Testspielprogramm gegen ausnahmslos unterklassige Kontrahenten feierte Fußball-Regionalligist VfR Neumünster erwartungsgemäß den nächsten Sieg. Beim 5:1 (2:1) auf neutralem Platz in Seth gegen den SH-Ligisten SV Todesfelde offenbarte Rasensport jedoch abermals so manches Problem.

Besonders in Halbzeit eins ließ Lila-Weiß Wünsche offen. Abstimmungsschwierigkeiten in der kompletten Defensive, Patzer bei der Ballkontrolle, Missverständnisse im Aufbau und ein schwaches Zweikampfverhalten zogen sich wie ein roter Faden durch die ersten 45 Minuten, auch Torhüter Denis Klassen verriet über das gesamte Spiel hinweg kleinere Unsicherheiten. Und so kaschierten die - allerdings blitzsauberen - Treffer von Patrick Fürst (5.) und Mariusz Zmijak (43.) eine maue erste Hälfte, in der für Todesfelde einzig der gewohnt emsige, bisweilen aber ebenso gewohnt übermotivierte Oliver Zebold einen der Rasensport-Schnitzer ausnutzte (1:2/44.). Erst nach einer lautstarken Kabinenpredigt von VfR-Trainer Ervin Lamce legte der Favorit mehr Souveränität an den Tag. In Hälfte zwei dokumentierte Lila-Weiß den Klassenunterschied, zeigte sich präsenter und nutzte - auch auf Grund mehrerer eingewechselter Topleute - seine technischen und konditionellen Vorteile. René Lübcke punktete im Duell mit Milos Ljubisavljevic auf dem rechten Flügel, bereitete die Treffer von Marinko Ruzic (55.) und Haris Huseni (71.) mustergültig vor. Hasan Mercan, neben Gentian Durak einer von zwei Gastspielern bei den "Veilchen", besorgte nach einem Nagel-Eckstoß den Schlusspunkt (89.).

Infos am Rande: Elfter (!) "Neuer" beim VfR ist Angreifer Marco Schultz (20) vom Hamburger Oberligisten Eintracht Norderstedt, der von Strand 08 geholte Jan-Uwe Prüßmann wiederum zog sich in einem unglücklichen Trainingszweikampf mit Christian Rave einen Handbruch zu und fällt für mehrere Wochen aus. Positiver ist da die Nachricht, für die "Eddy" Münch sorgte. Der Sicherheitsbeauftragte des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes zeigte sich bei einer erneuten Stadionbegehung an der Geerdtsstraße angetan. "Er mutmaßte mit einem Augenzwinkern, wir würden mit dem umfangreichen Umbau bereits für die Bundesliga aufrüsten", verriet VfR-Boss Detlef Klusemann, der die Kapazität der Grümmi-Arena auf offiziell 4999 Besucher reduzierte. Vorteil: Das Stadion fällt somit nicht mehr unter die Versammlungsstättenverordnung, der Bau einer praktisch durchgehenden Barriere im Bereich der ersten Traverse ist daher nicht (mehr) erforderlich.

SV Todesfelde -

VfR Neumünster 1:5 (1:2)SV Todesfelde: Holst (46. Barkmann) - Plewka, Haldau, Lembke, Wurst - Zebold (64. Reining), Jürgensen, Bernoth, Testa, Bruhn (64. R. Bossert) - Studt.

VfR Neumünster: Klassen - Thomas (46. Jakubowski), Schäfke (46. Christophersen), Giese, Bock (46. Nagel) - Rave (72. Mercan), Durak (46. Kwame) - Ljubisavljevic (46. Lübcke), Ruzic (62. Yilmaz), Zmijak (62. Michalowski) - Fürst (62. Huseni).

Beste Spieler: Testa, Zebold - Fürst, Zmijak, Rave. - Schiedsrichter: Derlin (Dahme). - Zuschauer: 230. - Tore: 0:1 Fürst (5.), 0:2 Zmijak (43.), 1:2 Zebold (44.), 1:3 Ruzic (55.), 1:4 Huseni (71.), 1:5 Mercan (89.).

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