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Holsteinischer Courier

21. September 2017 | 00:00 Uhr

Rickling : Kabelklau verzögert Straßenbau

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dreister Kabelklau an der Dorfstraße in Rickling verursacht 15 000 Euro Schaden. Die Straße wird nicht Mitte Juli fertig werden.

von
erstellt am 06.Apr.2014 | 10:00 Uhr

Rickling | Als wenn die Sanierung der Dorfstraße in Rickling als umfassende Baumaßnahme nicht schon genug Probleme mit sich brächte, haben sich hier nun auch noch Kabeldiebe großzügig bedient. „Straßenräuber“ haben die vorverlegten Kabelschlingen für die Straßenbeleuchtung an ihren Austrittsstellen gekappt, und so bei rund 30 vorgesehenen Leuchten jeweils rund drei Meter Beleuchtungskabel entwendet. Erkenntnisse über die Täter gibt es laut Bauleiter Matthias Rönke bisher nicht.

„Damit hat keiner gerechnet. Der Wert der Kabel beim Verkauf an einen Schrotthändler liegt so etwa bei insgesamt 100 Euro“, erklärte er. „Der Schaden dagegen beträgt pro Standort rund 500 Euro. Außerdem werden die Kabel jetzt zukünftig komplett unter die Erde verlegt. Dies bedeutet auf jeden Fall einen erhöhten Aufwand und natürlich auch Zeitverzögerungen, da wir zurzeit im zweiten Bauabschnitt nicht weiterkommen“, erläuterte Rönke weiter.

Technisch sollen die übrig gebliebenen Kabelstummel nun mit Muffen versehen werden, um den Anschluss der Lampen zu ermöglichen. An dieser Lösung scheiden sich jedoch die Geister, denn, so die Vermutung von Bürgermeister Christian Thomann (ABR) und Holger Buthmann vom Bauhof: „Mit den Muffen könnten im Laufe der Zeit Störungsstellen entstehen. Die Kosten dafür hätte dann wieder die Gemeinde zu tragen.“ Thoman ergänzt: „Wir werden uns hier die Akzeptanz gut überlegen und uns informieren. Denn wer gibt uns die Garantie, dass dies alles so hält? Schließlich haben wir ja die nächsten 20 Jahre im Blick.“ Für Günter Baudorf, der als Bauleiter für die Dorfstraße eingesetzt ist, ist die Verwendung der Verbindungsstücke kein Problem. „In anderen Städten werden Kabel nur in in dieser Bauweise verlegt. Das ist jetzt zwar unnütz und ärgerlich, aber rein technisch ist das kein Problem“, erklärte er. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Parteien einigen werden.

Fest steht, dass der bisher angenommene Fertigstellungstermin Mitte Juli wohl nicht zu halten sein wird. Immer wieder müssen die Tiefbauer nach alten Leitungen und Hausanschlüssen suchen. „Manchmal ist das schon ein Abenteuer, denn vieles ist in den vorhandenen Plänen nicht eingezeichnet. Andererseits finden wir auch immer wieder Dinge, mit denen wir nicht gerechnet haben“, erklärte Baudorf.

Einen besonderen Fund machten die Tiefbauer dabei vor einigen Wochen. In diesem Fall verzögerte ein vergrabenes Arsenal alter Munition die Arbeiten. „Der Kampfmittelräumdienst musste hier anrücken, um rund 4500 Schuss Munition, ein Dutzend Handgranaten sowie eine Panzerfaust zu entsorgen“, berichtete Matthias Rönke.


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