Kinderferiendorf : Jusos fordern Korrektur des Ratsentscheids

Das Kinderferiendorf im Stadtwald ist seit Jahren sanierungsbedürftig. Die Jusos fordern jetzt eine Korrektur der Ratsentscheidung gegen eine Verlegung der Anlage. Kinder und Jugendliche seien nicht wie vom Gesetz gefordert angehört worden.
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Das Kinderferiendorf im Stadtwald ist seit Jahren sanierungsbedürftig. Die Jusos fordern jetzt eine Korrektur der Ratsentscheidung gegen eine Verlegung der Anlage. Kinder und Jugendliche seien nicht wie vom Gesetz gefordert angehört worden.

SPD-Nachwuchs sieht Pflicht zur Beteiligung von Jugendlichen verletzt

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20. November 2015, 18:50 Uhr

Neumünster | Die Jusos kritisieren die Entscheidung der Ratsversammlung, die Verlegung des Kinderferiendorfes nicht weiter zu verfolgen. Die pauschale Ablehnung solcher Überlegungen sei „zu kurz gedacht“, bedauert Juso-Chefin Nadja Winter.

Das Kinderferiendorf sei bei Kindern und Jugendlichen außerordentlich beliebt, allerdings sei die Anlage nicht nur renovierungsbedürftig, sondern leide auch unter ihrer mangelnden Behindertenfreundlichkeit, unterstreicht Nadja Winter. Für Jugendliche mit Behinderung sei der Zugang zum Gelände und zu den sanitären Anlagen ohne fremde Hilfe oftmals kaum möglich. „Das ist weit entfernt von den Grundsätzen der UN-Behindertenrechtskonvention“, kritisiert die Juso-Chefin.

Zudem sei die Anbindung an den ÖPNV ungenügend und ein gut ausgebautes Fuß- und Verkehrswegenetz nach wie vor nicht vorhanden. Um echte Barrierefreiheit herzustellen, bedürfe es daher großer Investitionen. „Für uns stellt sich die Frage, ob diese Gelder in einer neuen, modernen und an aktuellen Standards der Kinder- und Jugendarbeit orientierten Anlage nicht besser angelegt wären“, stellt Nadja Winter fest.

Paul Weber, der sich den Kreisvorsitz der Jusos mit Nadja Winter teilt, kritisiert darüber hinaus die fehlende Kinder- und Jugendbeteiligung im parlamentarischen Verfahren. Eine angemessene Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sei zwingend vorgeschrieben, habe aber nicht stattgefunden, kritisiert Weber. „Die Gemeindeordnung schreibt vor, dass Kinder und Jugendliche dann in Planungsprozesse eingebunden werden müssen, wenn die Vorhaben sie direkt betreffen. Diese Aufgaben wurden den Stadtteilbeiräten übertragen. Die wiederum wurden von der Verwaltung gar nicht beteiligt. Das ist eine grobe Missachtung der Rechtslage“, sagte Weber. Er fordert die Stadt auf, das Beteiligungsverfahren jetzt schnellstmöglich nachzuholen und das Konzept für das Kinderferiendorf darauf basierend erneut zu prüfen.

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