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Vorlesewettbewerb : Jungs un Deerns möögt Plattdüütsch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim Regionalentscheid des Plattdeutsch-Vorlesewettbewerbs wurde klar: Plattdüütsch leevt . Ab nächstem Schuljahr ist Platt sogar ein Schulfach.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 06:15 Uhr

Neumünster | In vielen Familien wird kein Plattdeutsch mehr gesprochen. „Deshalb ist es umso wichtiger, die Sprache in der Schule zu fördern“, betont die Niederdeutsch-Referentin des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB) Marianne Ehlers. Und das klappt, wie sich gestern beim Regionalentscheid des Plattdeutsch-Vorlesewettbewerbs in der Kinder- und Jugendbücherei zeigte.

Je fünf Schüler traten in den Altersklassen der Fünft- bis Siebtklässler und der Acht- bis Zehntklässler gegeneinander an. Sie hatten sich bereits als Klassen-, Schul- und Kreissieger durchgesetzt. „Bis dato musstet ihr immer nur einen Text vorbereiten. Jetzt wird es schwieriger“, erklärte Marianne Ehlers. Die Jugendlichen mussten drei Texte vorbereiten. Per Los wurde entschieden, welcher vorzulesen war.

Nacheinander traten die Schüler aufs Podium, stellten sich vor – selbstverständlich auf Plattdeutsch – und lasen ihre Kurzgeschichte vor. Ein Heimspiel hatte die 13 Jahre alte Luca Paulina Först. Die Alexander-von-Humboldt-Schülerin (7. Klasse) las, ohne sich ihre Aufregung anmerken zu lassen, den Text „Tiger, Löv un Mistkäfer“ von Hans Heinrich Kolbeck. Die Jury honorierte ihre gelungene Präsentation der drei unterschiedlichen Charaktere mit Platz 3. Den Sieg bei den Fünft- bis Siebtklässlern sicherte sich Nico Reimers von der Grund- und Regionalschule Schacht-Audorf. Seine voller Inbrunst vorgelesene Fußballgeschichte „Dor geiht nix över Football“ von Hans-Heinrich Kahrs überzeugte die fünf Jury-Mitglieder.

Die Siegerin der anderen Gruppe kommt ebenfalls aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde. Caja Paulsen las „Anners mutt dat nu warrn“ von Annetta Schulz. „Sie hat nicht nur fehlerfrei gelesen, sie hat auch die Emotionen des Textes vorbildlich transportiert“, sagte Jury-Mitglied Maren Sorgenfrei aus Neumünster. Die beiden Sieger treten nun am 18. Juni in Rendsburg beim Landesentscheid an. Das wird ihr Heimspiel.

Marianne Ehlers räumt den beiden gute Chancen ein. Sie freut sich darüber, wieviel Spaß die Kinder am Plattdeutschen haben. Darum soll es auch nicht nur beim Lesewettbewerb bleiben: Ab dem Schuljahr 2014/2015 startet an landesweit 27 Grundschulen ein freiwilliges Niederdeutsch-Angebot. Dabei ist Plattdeutsch erstmals ein eigenes Unterrichtsfach; bisher wurde es nur in andere Fächer integriert. „Die zwei Stunden pro Woche werden ähnlich wie der Englischunterricht aufgebaut sein“, verrät Marianne Ehlers. Aus Neumünster beteiligt sich die Rudolf-Tonner-Schule in Tungendorf.

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