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Regionalentscheid : Junge Vorleser kämpften um den Titel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim Regionalentscheid Schleswig-Holstein Süd nahmen zwei Sechstklässler aus Neumünster teil / Sieger wurde Felix Kühne (13) aus Pinneberg

Neumünster | Man hätte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören: Mit gespitzten Ohren verfolgten etwa 40 Mütter, Väter, Geschwister und Lehrer gestern Nachmittag, wie die jungen Vorleser sich anstrengten, um ihr Buch so schön wie möglich in Szene zu setzen. Beim Regionalentscheid Schleswig-Holsten Süd für Sechstklässler an Förderschulen traten zwölf Kandidaten in der Kinder- und Jugendbücherei im Ringen um den Siegertitel gegeneinander an.

„Ich drück’ Euch die Daumen!“, sagte zur Begrüßung Dagmar Schmiedek, Sonderschulkonrektorin und Organisatorin des Regionalentscheids, zu den Teilnehmern. Dann ging’s los: Mit vor Anspannung geröteten Wangen, konzentriert, hochmotiviert und einer Portion Lampenfieber präsentierten die Vorleser ihre bunte Auswahl von Büchern. Manche waren einfach spannend wie die „Flussfahrt in die Nacht“, die Lars Strohmann (13) von der Förderklasse der Gemeinschaftsschule Brachenfeld gewählt hatte. Langsam, mit gut gesetzten Pausen und bewussten Betonungen entführte er die Zuhörer an einen Fluss, an dem ein hinreißendes junges Mädchen in Leoparden-Kluft zwei Jungen ärgert. Andere Bücher hatten eine Botschaft wie die „Konferenz der Tiere“, die Max Beyer aus Elmshorn über die Kriege der Menschen schimpfen ließ. Andere hatten Geschichten über Gespenster, eine Oma in Afrika, einen Hund auf dem Weg zu den Sternen, Drachenkrieger, Gruseliges über zwei Freunde in der Nacht oder über die Heldentat, ein vom wilden Bullen bedrohtes Mädchen zu retten, dabei. Bei ihrem Vorlesen aus „Die Olchis fliegen zum Mond“ gab sich Michelle Menzel von der Gustav-Hansen-Schule als zweite Kandidatin aus Neumünster selbstbewusst und sang bei ihrer Geschichte „Die Olchis fliegen zum Mond“ sogar kleine Lieder.

Gespannt warteten dann alle in der Pause auf das Urteil der Jury. Auch Lars (13) aus Neumünster fieberte mit. „So viel habe ich gar nicht geübt“, verriet er. Mutter Gabriele Strohmann und zwei Lehrerinnen („wir sind die Groupies“) begleitete ihn und ermutigt ihn immer, viel zu lesen: „Ich sage ihm immer, dass man dann besser reden kann, einen besseren Wortschatz hat und sich besser ausdrücken kann.“ Das hat Lars auch erkannt, der zugibt, dass er schon eher vor dem Fernseher sitzt. Doch der Unterschied zum Buch ist ihm klar: „Beim Lesen kann man mehr seine Fantasie einsetzen.“

Dann verkündete die Jury ihr Urteil – Dagmar Schmiedek, Enya Papendick, Landessiegerin 2014 aus Uetersen, Buchhändler Jan-Willem Bülck, Sonderschullehrerin Caroline Sindern und Courier-Redakteurin Dörte Moritzen hatten es sich nicht einfach gemacht. „Wir wollten allen gerecht werden“, betonte Dagmar Schmiedek. Sieger wurde Felix Kühne (13) von der Johann-Comenius-Schule Thesdorf in Pinneberg. Er hatte das Buch „Rettung in der Wildnis“ gewählt und entführte seine Zuhörer in die australische Wildnis, ließ die Geschwister Philipp und Anne Abenteuer bei einem Buschfeuer erleben und bellte auch als Hund Teddy. Sein flüssiger Vortrag, die gute Betonung und seine fröhliche Ausstrahlung beeindruckten die Jury. Felix ist damit Regionalsieger Süd und tritt am 19. Mai beim Landesentscheid gegen drei Mitbewerber an.

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erstellt am 25.Mär.2015 | 06:15 Uhr

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