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24. Oktober 2017 | 08:27 Uhr

Junge Künstler als Gewinn für die Stadt

vom

Mit dem neuen Konzept der Stadttöpferei sieht sich Neumünster auf dem richtigen Weg / Die Stipendien im Künstlerhaus immer begehrter

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Die Stadttöpferei genießt in der Welt der Keramikkunst offenbar einen zunehmend guten Ruf: Die inzwischen weltweite Nachfrage nach Arbeitsstipendien im Künstlerhaus am Fürsthof sei ungebrochen groß, bestätigten gestern Kulturdezernent Günter Humpe-Waßmuth und die künstlerische Leiterin der Töpferei, Danijela Pivasevic-Tenner. Sie zogen damit eine erste Zwischenbilanz seit Umstellung des Stipendium-Konzepts zum Frühjahr dieses Jahres.

Statt wie früher feste Stipendiaten auf mehrere Jahre lädt die Stadt seit April dieses Jahres im monatlichen Wechsel junge Keramik-Künstler aus aller Welt zu einem kostenlosen Arbeitsaufenthalt in die Töpferei am Fürsthof ein. Eine Jury hatte dazu bereits im Frühjahr zehn Künstler aus acht Staaten ausgewählt. Bis Ende Juni hatten fünf Künstler aus Italien, den USA, der Türkei und Serbien ihre Einladung wahrgenommen.

Die jungen Gastkünstler seien "ein Riesengewinn für die Stadt", weil sie das Kulturleben vor Ort bereicherten, aber auch Neumünsters Ruf in der Kunst-Szene weitertrügen, sagte Humpe-Waßmuth. Am Fürsthof selbst sei es lebendiger geworden, versicherte Danijela Pivasevic-Tenner. Immer mehr Besucher würden ihre Scheu ablegen und die Künstler im Atelier ansprechen, freute sich die künstlerische Leiterin des Hauses.

Um die Hemmschwellen neuer Besucher zu senken, das stets offene Atelier auch zu betreten, gibt es in der Stadttöpferei regelmäßig öffentliche Workshops, in denen interessierte Besucher in den Atelierräumen selbst Hand anlegen und dabei zwanglos mit den aktuellen Stipendiaten oder anderen Künstlern ins Gespräch kommen können.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Montag, 12. August, wenn die jüngsten Bewohner des Hauses sich und ihr Werk erstmals vorstellen. Marc Leuthold (USA) und Evan Serin (Türkei) sind seit Montag Gastkünstler der Stadt, haben ihre Zimmer im Obergeschoss der Töpferei bezogen und sich inzwischen auch in der Werkstatt eingerichtet. Sie wurden jetzt auch offiziell von Günter Humpe-Waßmuth begrüßt.

Marc Leuthold bringt viele Erfahrungen als Gastkünstler mit nach Neumünster. Er ist gebürtiger New Yorker, wo er mittlerweile als Kunstprofessor an der State University Keramik lehrt. Seit den 1990er-Jahren hat er regelmäßig an zahlreichen Auslandsaufenthalten und Ausstellungen in Asien und Europa teilgenommen. Viele seiner Werke, wie die für ihn typischen filigranen Scheibenobjekte, sind mittlerweile in namhaften Sammlungen zu finden.

Elvan Serin kommt wie bereits ihr Landsmann Ismet Yüksel (Gastkünstler im Mai) aus der 3,5 Millionen Einwohner zählenden Metropole Izmir im Westen der Türkei. Nach einem Kunststudium an der Bilkent Universität beendet sie derzeit ein zweites Studium an der Yeditepe-Universität. Elvan Serins Keramikobjekte und Installationen setzen sich aus hunderten einzelner Elemente zusammen und bedecken Körper und Wände, um so neue organische Formen und Flächen zu schaffen.

Am Montag, 19. August, soll es ab 19 Uhr eine Abschlusspräsentation beider Künstler geben. Der Eintritt hierzu ist ebenso frei wie zum Workshop am 12. August.

Im September werden zwei Künstlerinnen aus Deutschland und Dänemark in die Töpferei einziehen, im Dezember ein junger Mann aus China.

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