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Kurzfilmwettbewerb : Junge Hobbyfilmer zeigten Flagge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Clips gegen Rechts“ stieß auf große Resonanz. Lehmkuhl-Schüler belegten Platz 1.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 11:30 Uhr

Neumünster | Damit hatten selbst die Veranstalter nicht gerechnet. 118 Besucher, darunter 90 Jugendliche, kamen am Montagabend in den Kulturverein Dada am Waschpohl (KDW), um bei der Preisverleihung der 22 eingereichten „Clips gegen Rechts“ dabei zu sein. Ende Februar hatten Innenminister Stefan Studt als Schirmherr und Henning Möbius als Vertreter der Initiatoren vom Runden Tisch für Toleranz und Demokratie den Startschuss für den Kurzfilmwettbewerb gegeben (der Courier berichtete), am Montagabend wurden die Siegerfilme ausgezeichnet.

Platz 1 ging an Florian Lüttgens und Ali Sahba. Die beiden Schüler der Walther-Lehmkuhl-Schule hatten das Thema Vorurteil in den Fokus ihres dreiminütigen Films gestellt. Für ihre Spottdichtung auf braune Häschen erhielten die Holstenschülerinnen Sophie Heins und Svea Bönisch den 2. Platz. Ihnen folgten Berufsschüler des Kieler Bildungszentrums RBZ1 mit einer mutigen Performance, und der Sonderpreis ging an Mohamad Aref Abedian, einen jungen afghanischen Flüchtling, der seine Kriegserfahrungen in einem Animationsfilm verarbeitet hat.

„Ihr habt es uns wirklich nicht leicht gemacht“, wandte sich Jurymitglied Thorsten Kehl an die jugendlichen Filmschaffenden im Publikum. „Alle eure Clips setzen sich kritisch mit den Themen Ausgrenzung und Fremdenhass auseinander. Bei der Umsetzung seid Ihr äußerst kreativ gewesen“, lobte Kehl. Satirische Beiträge, bei denen einem ernsten Thema mit Humor begegnet wird, waren ebenso vertreten wie Animationsfilme oder die Aktion „Blindes Vertrauen“ in der Kieler Innenstadt.

„So unterschiedlich eure ,Clips gegen Rechts‘ auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: Sie zeigen Flagge: gegen Ausgrenzung – für Toleranz. Das verdient unser aller Hochachtung“, sagte Kehl.

Dem konnte sich Henning Möbius nur anschließen: „Das Datum für die Preisverleihung haben wir nicht zufällig auf den 9. November gelegt. Heute vor 77 Jahren haben in Deutschland die Synagogen gebrannt, 30  000 Menschen wurden in dieser Nacht weggebracht. Manche haben damals die Geschehnisse erschrocken beobachtet, andere waren begeistert. Heute wird Pegida in Dresden wieder menschenfeindliche Parolen sprechen und mit schleichendem Rassismus vor Überfremdung warnen. Ihr seid damit nicht einverstanden. Das habt ihr mit euren Clips eindrucksvoll bewiesen“.

Weitere Infos gibt es unter www.clips-gegen-rechts.de.

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