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Musikhochschule Lübeck : Junge Begeisterung für ernste Musik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

80 Studenten der Musikhochschule Lübeck gastierten am Montagabend mit sinfonischen Werken im Theater in der Stadthalle.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Was ist Heimat? Ein Ort? Ein Gefühl? Oder doch eher eine Idee? Mit ihrem vielfältigen Programm zum Brahms-Festival begibt sich die Musikhochschule Lübeck (MHL) noch bis zum 14. Mai auf Spurensuche. 28 Veranstaltungen hat die Festival-Beirat unter der Leitung von Professor Wolfgang Sandberger zusammengestellt, darunter ein Sinfoniekonzert mit Werken von Smetana, Webern, Mahler und einer Uraufführung des Lübecker Kompositionsstudenten Lars Opfermann.

23 Besucher kamen am Montagabend im Theater in der Stadthalle in den Genuss dieses wunderbaren Gastspiels. Dass es nur so wenige Gäste waren, sei sehr schade – schade, für diejenigen, die das hochkarätige Konzert der Lübecker Musikstudenten verpasst haben, und schade für die jungen Künstler, die sich mit großem Können und Enthusiasmus auf der großen Bühne präsentierten. So viel Spielfreude und Präsenz habe er selten erlebt, sagte ein begeisterter Besucher. „Wer meint, jungen Menschen läge nichts an klassischer Musik, wurde heute Abend eines Besseren belehrt“, beschrieb er die Stimmung im Saal.

Von leeren Rängen ließen sich die 70 Musiker nicht beirren. Im Gegenteil: Trotz fehlender Besucher konnten sie die Spannung während des gesamten zweistündigen Konzertes halten. Ihre Instrumente unterm Arm traten sie auf die Bühne und warteten freudig auf Simon Bernadini. Der Chefdirigent des Orchestra Sinfonica Siciliana fungiert in diesem Jahr als Gastdirigent des Brahms-Festivals. Knapp eine Woche hatte der renommierte Orchesterleiter intensiv mit den Studenten geprobt, nun führte er die angehenden Profimusiker mit engagiertem und präzisem Dirigat durch das anspruchsvolle Programm.

Mit gekonnt aufeinander folgenden Einsätzen verliehen die Lübecker Smetanas Overtüre zu „Die verkaufte Braut“ musikalischen Humor und volksliedhaften Frohsinn. Ihre Interpretation von Weberns „Im Sommerwind – Idyll für großes Orchester“ ließ laue Lüftchen und warme Wogen im inneren Ohr erklingen, und bei Opfermanns „Reflexionen“ beeindruckten die jungen Musiker mit der klaren Umsetzung moderner Musik. Die abschließende Sinfonie Nr. 4 von Gustav Mahler gehörte zu den Höhepunkten des Abends. Mit diskreter Begleitung ließen die Instrumentalisten „ihrer“ Sopranistin Lisa Ziehm viel zart ausmusizierten Raum für ein wunderschönes Solo.



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