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Streit um Konzertlärm : Jugendzentrum lenkt ein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Künftig soll es im AJZ nur noch ein Konzert pro Monat geben. Um Mitternacht ist jeweils Schluss

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 08:30 Uhr

Neumünster | Im Streit um die nächtliche Lärmbelästung durch den Jugendtreff AJZ an der Friedrichstraße zeichnet sich eine Kompromisslösung ab: Um die Beschallung der Nachbarschaft durch laute Rockmusik einzudämmen, will der Treff sein Konzertprogramm drastisch zurückfahren. Das haben Vertreter des Jugendzentrums jetzt in einem von der Stadt moderierten Gespräch mit betroffenen Nachbarn angeboten.

„Wir hoffen, dass wir einen für alle Seiten akzeptablen Kompromiss gefunden haben“, unterstrich Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth am Dienstag im Jugendhilfeausschuss. Nach der jetzt gefundenen Formel soll es künftig nur noch ein größeres Konzert pro Monat geben. Spätestens um 24 Uhr soll Schluss sein. Damit sich die Nachbarschaft auf das Konzert einstellen kann, sollen die Anlieger künftig vorab informiert werden. Darüber hinaus sollen die Konzerte möglichst in geschlossenen Räumen über die Bühne gehen, versprechen die AJZ-Macher.

Ob der Kompromiss tatsächlich trägt, ist allerdings offen. Auch in der Vergangenheit hatte es immer wieder mal Beschwerden über Lärm – und daraufhin mahnende Worte der Stadt – gegeben. Genervte Anlieger haben jetzt erstmals Anwälte eingeschaltet, um den Druck auf die Stadt zu erhöhen, die Belästigungen abzustellen.

Bei der Stadt hofft man dennoch auf Einsehen in der Nachbarschaft. Das AJZ betreibe seit Jahren eine überaus wertvolle Jugendkulturarbeit, bescheinigte Humpe-Waßmuth dem Trägerverein. Würden die Abendaktivitäten zu stark beschnitten, würden sich die jungen Leute abwenden, befürchtet der Sozialdezernent. „Die Jugendlichen gehen nun mal erst später zum Feiern.“

Im Sozialausschuss gab es für den Kurs von Humpe-Waßmuth breite Rückendeckung. Das AJZ sei ein wichtiger Eckpfeiler in einem stark belasteten Sozialraum, verteidigte Dietrich Mohr den Jugendtreff. Die Einrichtung bestehe am Ort seit 40 Jahren, „jeder, der dort hinzieht, kann unschwer erkennen, dass das kein normales Wohnhaus ist“, sagte Mohr.

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