Kirchenkreis Altholstein : Jugend soll in der Kirche mehr mitgestalten

Themensynode diskutiert über Verbesserung der Jugendarbeit

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16. März 2013, 08:18 Uhr

Neumünster | Wie gestaltet man kirchliche Jugendarbeit so, dass sich mehr Jugendliche interessieren? In welcher Situation befindet sich die heutige Jugend, und wie werden heutzutage christliche Werte vermittelt? Diesen Fragen gingen gestern Nachmittag 82 Synodale und etwa 80 Jugendliche in Diskussionen und Workshops auf der ersten themenorientierten Synode des Kirchenkreises Altholstein nach. Auf einem Markt der Möglichkeiten präsentierten sich außerdem 16 Jugendarbeit-Projekte vom Pfadfinder-Ring über Musical bis zum Luther-Projekt im Anschar-Gemeindehaus.

"Kirche ist nur ein Anbieter von vielen, und Familie ist nicht mehr Garant für eine christliche Erziehung. Jugendliche haben immer weniger Freizeit, und es gibt eine Vielfalt von Möglichkeiten", beschrieb Jugendforscher Professor Richard Münchmeier aktuelle Studienergebnisse. Bei der Jugend von heute herrsche kein Wertewandel. Fleiß, Ehrgeiz, Sicherheit und Freundschaft seien sehr wichtig - vor allem letztere. Werte würden hauptsächlich über Eltern vermittelt; gleich darauf folgen Freunde. Über Freunde bekommen Jugendliche sehr häufig den ersten Kontakt zur Jugendarbeit. Motive für Jugendliche, sich zu engagieren, seien die eigene Persönlichkeitsentwicklung im Sinne eines positiven Egoismus’, aber auch der Wille, etwas für andere zu tun und - das fände er erstaunlich - der Zusammenhalt in der Gruppe. Alle drei Motive müssten in einer guten Jugendarbeit ausbalanciert sein, so Münchmeier.

Die Jugendlichen waren gespannt auf die Synode. "Vom Vortrag kann ich etwas für meine Arbeit mitnehmen", sagte Alina Millahn (18) von der Bonhoeffer-Gemeinde. Sie und Simona Polischuk (16) wollen an einem Workshop über jugendgerechte Bibelsprache teilnehmen. Das findet auch Hendrik Lars Lienhöft (15) interessant: "Über Gott und den Glauben zu reden, ohne hochgestochen zu werden, wäre gut. Es müssten eigentlich mal neue Begriffe erfunden werden." Pfadfinder Christopher Zahnleiter (21) vom Ring evangelischer Gemeindepfadfinder fand es gut, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die dieselben Interessen haben.

Lukas Kirchner (19), Vorsitzender des Jugendausschusses, sah die finanzielle Seite. Er erhofft sich von der Synode, dass eine ganze statt einer halben Stelle beim Jugendwerk Altholstein geschaffen wird und Mittel nicht gestrichen werden. Daniel Berger (28), angehender Gemeindepädagoge, wünschte sich "mehr Verständnis für die Jugendarbeit - dass weniger was von oben herab geschieht, sondern mehr die Wünsche von Kindern und Jugendlichen von der Basis wahrgenommen werden."

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