Neumünster : Jugend engagiert sich heute für morgen

Irem (10, von links), Benjamin (11), „Patient“ Nikko (10) und Finn (9) sind Juniorhelfer in der Erste-Hilfe-AG der Gartenstadtschule. Mit dem Projekt wurde sie erneut zertifiziert.
Irem (10, von links), Benjamin (11), „Patient“ Nikko (10) und Finn (9) sind Juniorhelfer in der Erste-Hilfe-AG der Gartenstadtschule. Mit dem Projekt wurde sie erneut zertifiziert.

Timm-Kröger-Schule, Gartenstadtschule und Johann-Hinrich-Fehrs-Schule sind „Zukunftsschulen“ in Schleswig-Holstein.

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13. Juni 2018, 13:30 Uhr

Neumünster | Irem (10), Benjamin (11), Nikko (10), Finn (9) und Jim (10) tragen stolz die Weste als Juniorhelfer in der Erste-Hilfe-AG an der Gartenstadtschule. Für dieses Projekt und die Ausbildung von Streitschlichtern wurde die Grundschule gestern erstmals in der höchstmöglichen Stufe 3 als Zukunftsschule in Schleswig-Holstein zertifiziert.

In der Freiherr-vom-Stein-Schule wurden gestern 19 Schulen aus Neumünster und den Kreisen Pinneberg und Segeberg ausgezeichnet. Auch die Timm-Kröger-Schule setzte Impulse und darf sich für ihre gemeinsam mit den Landfrauen konzipierte Projektreihe rund um Apfel und Kartoffel und ihren „Ernährungsführerschein“ nach 2014 und 2016 erneut die begehrte Plakette der Stufe 3 anheften. Die Johann-Hinrich-Fehrs-Schule bekam für ihr Projekt „Bewegung und Entspannung“ und das „Gesunde Pausenfrühstück“ ein Zertifikat der Stufe 2.

Die Initiative Zukunftsschule des Bildungsministeriums und des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen würdigt und fördert Schulen, die den Slogan „Heute etwas für morgen bewegen“ in ihrer Arbeit verankern und umsetzen.

An der Gartenstadtschule sind die Juniorhelfer aus den dritten und vierten Klassen mit Feuereifer bei der Sache. „Wir helfen, wenn sich ein Schüler in der Pause weh getan hat und kühlen dann mit Kühlpacks“, erläuterte Benjamin. Auf einem „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Bewerberschulen ihre Projekte und Ideen vorstellen.

Bei ihren Erste-Hilfe-Einsätzen führen die Gartenstadtschüler akribisch Protokoll. „Wir notieren Unfallort, Name und Klasse des Patienten, Situation und Maßnahmen. Das können eine Betreuung sein, ein Pflaster, Verband, Kühlung oder ein Notruf“, berichtete Finn. „Im Winter hatten wir so fünf bis sechs Einsätze am Tag“, wusste Jim.

André Kober ist nicht nur Lehrer an der Gartenstadtschule, sondern auch Rettungsassistent und hat das Konzept aus Baden-Württemberg übernommen. „Juniorhelfer sind einzigartig in Schleswig-Holstein, sollen aber landesweit etabliert werden“, sagte er.

Das Streitschlichter-Projekt gibt es laut Schulleiterin Ellen Naumann schon seit einigen Jahren an der Gartenstadtschule. „Und das machen die Kinder sehr gut“, sagte Schulsozialarbeiterin Tabea Grüner, die das Projekt betreut. Die zehnjährige Holly ist eine von zehn Schlichtern und berichtete von ihrer Arbeit: „Wir haben Karten mit festen Regeln, etwa: ‚Wir hören einander zu‘. Oder: ‚Wir lassen den anderen ausreden.“ Es gibt sogar feste „Dienstzeiten“. Azra (10): „Wir arbeiten in Zweierteams.“

Kein Wunder, dass sich Stadtrat Carsten Hillgruber, Schulrat Jan Stargardt und Andreas Knappe vom Kooperationspartner Sparkasse Südholstein beeindruckt zeigten. „Toll, dass sich die Schüler bereits in so jungem Alter Gedanken über die Zukunft machen“, so Knappe.

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