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Trakehner Hengstmarkt : Jubel für die Gräfin und Kissinger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kissinger wurde Siegerhengst bei der Körung und erzielte bei der Auktion den höchsten Preis.

Begeisterung, feuchte Augen und stehender Applaus des Publikums: Die Präsentation des Siegerhengstes beim Trakehner Hengstmarkt ist immer bewegend. Doch so herzlich wie die mehr als 2000 Besucher in den Holstenhallen der Siegerzüchterin Alexandra Gräfin Dohna und ihrem Hengst Kissinger zujubelten, das hatte schon Gänsehautcharakter.

Seit mehr als 30 Jahren setzt sich die geborene Ostpreußin für die Trakehnerzucht auf ihrem Gestüt bei Bispingen ein. Mehrere gekörte Hengste sind bereits aus ihrer Arbeit hervorgegangen. Erstmals nun stellt das Haus Dohna einen Jahressieger. „Das ist ein großartiges Gefühl. Ich habe gezittert“, sagte die 79-Jährige aus tiefstem Herzen nach der Bekanntgabe.

Zum ersten Reservesieger wurde der Tasdorfer Lokalmatador von Petra Wilm Scaglietti (von All Inclusive) gekürt, und den zweiten Reservesieger stellt Empire State (von Imperio) aus dem Stall Jikkie Willemsen-den Bieman aus den Niederlanden. Gekört wurden auf dem 51. Trakehner Hengstmarkt 12 von 42 Anwärtern. Die Jahressiegerstute ist Herzruf-Tochter Tanzmusik, Reservesiegerin wurde Alte Zeit von Le Rouge. Zweite Reservesiegerin ist die Prämienstute Kasandra HS von Axis.

Schon am Vorabend hatten 2800 Zuschauer auf bei der beliebten Gala Reit- und Dressurkunst vom Feinsten genossen. „Was für ein Körpereinsatz. Schaut euch diese jungen Reiter an. Das ist doch einen stürmischen Applaus wert“, feuerte Moderator Jan Tönjes das Publikum an. Und die Zuschauer in der vollbesetzten Halle folgten ihm willig. Mit Klatschen, Johlen, Pfiffen und Fußgetrappel leisteten sie ihren lautstraken Beitrag zum gelungenen Showabend, bei dem Reiter und Pferde zeigten, was sie drauf haben.

Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei auch der 14-jährige Trakehner-Hengst des Jahres 2013, Distelzar, der von seiner Besitzerin Andrea Wicki-Mäder aus der Schweiz geritten wurde.
Viel Beifall erhielt ebenso die Gruppe der Panthers Cheerleading aus Krempe sowie auch der Reiterhof Gläserkoppel, die das anspruchsvolle Programm mit ihren fantasievollen Vorführungen bereicherten. Richtig zum Staunen brachte die Zuschauer am Schluss die Tiertrainerin Anne Krüger, mit ihrem tierisch-komischen Schaubild „Harmonie International“ mit Pferden, dressierten Enten und Ziegen.

An vier Tagen besuchten nach Angaben des Trakehner-Verbandes 20 000 Besucher aus dem In- und Ausland den 51. Trakehner-Hengstmarkt. Zu den zahlreichen ausländischen Gästen zählte auch der arabische Adelssohn Sheikh Mustafa bin Sheikh Abdulcadir aus Saudi-Arabien, der auf einen Kurzbesuch – auf Empfehlung von Queen Elisabeth II. – nach Neumünster kam. „Dies ist natürlich eine große Ehre. Dennoch machte uns dieser Besuch aus Sicherheitsgründen schon zu schaffen“, verriet die Vorsitzende des Trakehner-Verbandes, Petra Wilm, in der Pressekonferenz am Sonntag.

Bei der Auktion der Reitpferde, Stuten und Fohlen wurde nach dem vorläufigen Ergebnis für 14 ausgewählte Reitpferde ein Durchschnittspreis von 27 892 Euro erzielt (2012: 37 900 Euro). Den Höchstpreis von 100 000 Euro erzielte die Stute Standing O’Vation von Imperio.

Die Auktion der gekörten Hengste brachte in diesem Jahr insgesamt einen Umsatz von 674 000 Euro bei einem Durchschnittspreis von 67 400 Euro. Der Jahressieger Kissinger wurde
als erster der gekörten und nicht gekörten Hengste für 250 000 Euro in die Niederlande verkauft und markierte damit gleichzeitig auch den Spitzenpreis des 51. Trakehner Hengstmarkes. Für den ersten Reservesieger Scaglietti zahlten die neuen Berliner Besitzer 170 000 Euro.


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erstellt am 21.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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