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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 08:45 Uhr

Günstige Spritpreise : Jetzt wird vollgetankt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

An den Tanksäulen sieht man derzeit viele glückliche Autofahrer. Heizöl-Lieferanten haben Hochbetrieb und Lieferfristen von bis zu drei Wochen.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 07:00 Uhr

Neumünster | Zwei Themen sind zurzeit in aller Munde: die Bibberkälte und die niedrigen Spritpreise. Die aktuelle Kombination sorgt für fröhliche Gesichter: Sowohl Autofahrer als auch Hauseigentümer und Mieter freuen sich angesichts der Preise für Diesel unter 90 Cent und Heizöl unter 40 Cent. „Meine Kunden sind hocherfreut, dass die Preise so niedrig sind. Sie bedauern nur, dass nicht Sommer ist, da würde das Fahren noch mehr Spaß bringen“, sagt Thomas Fabian, der seit Jahresbeginn die SB-Tankstelle Ehmcke an der Kieler Straße 259 als Pächter betreibt.

Doch auch bei aktuell 88 Cent pro Liter Diesel verhalten sich die Autofahrer preisbewusst. Bei über 90 Cent werde schon mal woanders geguckt, sagt der 47-Jährige Pächter. Nicht morgens, sondern abends tanken? Diese Regel gelte nicht immer: „Es gab auch schon mittags Tiefstpreise.“

Ganz bewusst hielt Rainer Emrich (74) aus Bad Bramstedt gestern bei ihm: „Ich tanke mit Absicht bei den kleinen SB- und freien Tankstellen, immer vorausschauend, nie an Autobahnen. Meine Frau und ich haben keine feste Tankstelle. Wenn es günstig ist, tanken wir voll und kommen dann 900 Kilometer weit.“ Für ihn ist diese Tankstellenauswahl auch politisch korrekt: „Die Konzerne diktieren die Preise. Außerdem muss man sich mal informieren, was manche Konzerne im Ausland anrichten.“

Freie Tankstellen können die Preise frei gestalten – in einem gewissen Rahmen, sagt Jens Kolhof von der Tankstelle Günzel in Faldera. „Auf den Einkaufspreis schlage ich drei bis vier Cent. Das Rauf und Runter der Konzerne habe ich zuerst nicht mitgemacht. Das geht aber nur so lange gut, wie die Kunden das mitmachen und man einen vernünftigen Preis bietet.“ Er fühle sich jetzt schon gezwungen, das Auf und Ab mitzumachen, denn „Konzerne haben den längeren Arm“. Aber er hinterfragt, ob es sich wirklich lohnt, wegen zwei Cent pro Liter woanders zu tanken: „Man muss fahren, hat Wartezeit. Ein Preis pro Woche wäre schöner, so eine Unruhe ist nicht nötig.“ Bei den günstigen Preisen würden seine Kunden öfter mal volltanken: „Früher investierte man dafür ja ein kleines Vermögen.“ Die niedrigen Preise seien auch gut für die Wirtschaft: „Die Leute sind eher mobil, entscheiden sich dann doch, am Sonntagnachmittag eine Kaffeefahrt zu machen.“

Hochbetrieb herrscht auch bei den Heizöl-Lieferanten, denn auch die Preise für Heizöl sind extrem gesunken. „Die Nachfrage ist seit mehreren Wochen anhaltend grandios. Die Kunden nutzen das günstige Preisniveau und schöpfen sämtliche Kapazitäten aus“, bestätigt René Ströh vom Heizölhandel Team Energie. „Der Bruttopreis liegt derzeit bei unter 40 Cent. Das ist ein Niveau, das wir seit zwölf Jahren nicht mehr gehabt haben“, sagt Ströh. Kunden müssten sich aufgrund der großen Nachfrage jedoch rund zwei bis drei Wochen gedulden. Ströh verspricht jedoch: „Wir garantieren den Preis bis zur Lieferung.“

Auch bei der Firma Rathje in Wasbek ist die Nachfrage nach Heizöl derzeit groß. „Jeder macht sich jetzt noch mal den Tank voll, selbst diejenigen, die vorher schon getankt hatten und nur ein paar Liter Platz haben“, sagt Thomas Rathje und versichert: „Wer heute bestellt, bekommt Mitte nächster Woche seine Lieferung.“

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