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Holsteinischer Courier

23. August 2017 | 18:03 Uhr

Aukrug : Jetzt können sich Fische wohlfühlen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ökologische Verbesserungen an der Buckener Au und der Fuhlenau kosten 230 000 Euro. Die EU übernimmt den größten Teil der Finanzierung.

Aukrug | Ein naturnah gestalteter Sandfang und ein wie früher wieder mäandrierender Verlauf sollen der Buckener Au zu mehr Artenreichtum verhelfen. „Vielfältigere Strukturen im Auverlauf ermöglichen eine vielfältigere Pflanzen- und Tierwelt“, erklärte die Chefin des Wasser- und Bodenverbandes Untere Buckener Au, Susanne Breiholz, bei der Abnahme umfangreicher Baumaßnahmen, die insgesamt rund 230 000 Euro gekostet haben. Kosten, die laut Breiholz zum „größten Teil“ von der EU übernommen werden, weil an der Buckener Au und der Fuhlenau ökologische Verbesserungen angestrebt werden, die genau den europaweiten Naturschutzzielen entsprechen.

Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie sollen nämlich zehn bis 20 Prozent der Gewässer der EU-Mitgliedsstaaten in einen „guten ökologischen Zustand“ gebracht werden. Um das Ziel zu erreichen, wurden für die Aukruger Gewässer Maßnahmenprogramme entwickelt, um die vorhandenen Mängel zu beseitigen. Die Hauptdefizite an der Buckener Au und an der Fuhlenau, die in den 60er- und 70er-Jahren begradigt wurden, waren der massive Sandtransport, der Fischlaich zum Beispiel von Lachsen und Meerforellen bedeckt und abtötet, sowie die steilen Böschungsneigungen, die eine Entwicklung von typischen Tier- und Pflanzengemeinschaften verhinderten.

Um Abhilfe zu schaffen, wurde Ende August damit begonnen, an der Buckener Au einen Sandfang mit zwei Sandfangtaschen einzubauen. „Bei dieser speziellen Ausführung wird der Bach durch einen hohen Trenndamm aufgeteilt“, erläuterte der beauftragte Ingenieur Gerd Soll: „Während die ein bisschen enger gestaltete Hälfte die Durchgängigkeit für Fische und wirbellose Tiere sicherstellt, befindet sich in der anderen Hälfte die eigentliche Sandfangtasche.“ Im hinteren Bereich der Tasche ist eine Sohlschwelle eingebaut, wodurch das Wasser bis zu bestimmten Abflusshöhen zurückgehalten wird. Dadurch verringert sich die Fließgeschwindigkeit, und Sand setzt sich ab.

„Die Au verlief hier bisher schnurgerade – da haben wir nun wieder ein paar schöne Schwenkungen reinbekommen“, vermerkte Susanne Breiholz mit Blick auf den neuerdings wieder mäandrierenden Auverlauf auf 600 Metern Länge. Verschwenkungen um mehrere Gewässerbreiten sowie der Einbau von Kiesschwellen und Totholz sollen vielen neuen Arten einen Lebensraum bieten und somit eine positive Gewässerentwicklung einzuleiten.

Um eine natürliche Böschungsfußsicherung, beschattete Gewässerabschnitte und eine Nahrungsquelle für wirbellose Kleinstlebewesen zu erreichen, ist an mehreren Stellen eine Bepflanzung mit Erlen vorgesehen. Nach der Besichtigung der Baumaßnahmen an der Buckener Au fuhren die Teilnehmer der Abnahme (Vorstandsmitglieder der beiden Wasser- und Bodenverbände und Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde, des Ingenieurbüros, der beauftragten Baufirma und des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz) weiter zur Fuhlenau, wo ebenfalls Umgestaltungen zur Verbesserung der Artenvielfalt verwirklicht worden sind. An der Fuhlenau wurden auf einer Länge von rund 1,4 Kilometern 14 Ufergehölzbermen errichtet. Außerdem wurde Totholz eingebracht sowie Kiesschwellen und zwei Buschfaschinen eingebaut, die als Fischunterstände fungieren sollen.

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erstellt am 17.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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