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Freiwillige Feuerwehren : Jetzt geht’s um Fusionen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Donnerstag diskutieren die Wehrführer erstmals über Wehrstandorte. Jens Stölten erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | In der Frage um die Zukunft der sieben Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt geht es jetzt ans Eingemachte. Am Donnerstag wollen die Wehrführer bei ihrer Dienstbesprechung erstmals die Ergebnisse der Bachelor-Arbeit einer Hamburger Feuerwehr-Studentin über die Standorte der Wehrhäuser und mögliche Fusionen diskutieren. Das kündigte Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes vor 33 Delegierten und 83 Gästen an. Gleichzeitig stellte er klar: „Vorentscheidungen gibt es nicht. Jeder, der etwas anderes behauptet, liegt falsch.“

Schon länger diskutieren die Kameraden in der Stadt angesichts weiter rückläufiger Aktiven-Zahlen und maroder Wehrhäuser in Wittorf und Tungendorf über Zusammenschlüsse, zuletzt bei der Jahreshauptversammlung der Wehr Tungendorf-Dorf (der Courier berichtete). Bereits heute werden die beiden Tungendorfer Wehren sowie Brachenfeld und Stadtmitte und schließlich Wittorf und Gadeland bei Einsätzen gemeinsam alarmiert. „Das Feuerwehr-Wesen in der Stadt in seiner jetzigen Struktur ist mittelfristig nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die Aussprachen über Veränderungen gehören aber in die Wehrführungen“, sagte Jürgens. Gleichzeitig stellte er klar: „Niemand muss sich in Neumünster um den Brandschutz fürchten.“ Freiwillige Feuerwehren werde es auch weiterhin geben.

283 Aktive hat der Stadtfeuerwehrverband. 2008 waren es noch 300. Werbekampagnen für mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund brachten bisher noch keinen durchschlagenden Erfolg. Die Einsatzzahlen stiegen im vergangenen Jahr um 45 auf 258. Die wichtigsten Ereignisse waren laut Jürgens die 125-Jahr-Feier der Feuerwehr Gadeland und der Umzug der Berufsfeuerwehr (BF) ins Gefahrenabwehrzentrum. „Dort ist eine Einsatzbereitschaft von gut 80 Prozent hergestellt, in Kürze arbeiten wir zu 100 Prozent“, erklärte BF-Chef Sven Kasulke. Er kündigte für dieses Jahr neue einheitliche Schutzkleidung für alle Atemschutzträger an. Bekannt gegeben wurde auch, dass das 150-jährige Bestehen des Stadtfeuerwehrverbandes am 16. Mai nun doch ohne Öffentlichkeit mit einem internen Festakt gefeiert wird.

Dann standen zahlreiche Beförderungen und Ehrungen auf dem Programm. Jens Stölten, stellvertretender Stadtbrandmeister, erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. Sven Kasulke wurde mit dem Schleswig-Holsteinischen Ehrenkreuz in Gold geehrt, Kasulkes Stellvertreter Rainer Scheele erhielt das Ehrenkreuz in Silber, ebenso Stadtrat Oliver Dörflinger. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras bekam die Silberne Ehrennadel des Deutschen Feuerwehr-Verbandes angeheftet. Anja Appel und Bernd Gosch durften sich über das Traditionsabzeichen des Stadtfeuerwehrverbandes freuen. Als neues Ehrenmitglied wurde Klaus-Dieter Reiß von der Wehr Tungendorf-Stadt aufgenommen. Marco Gries ist nun Fachwart Gefahrgut. Befördert wurden Nils Dettmann, Timo Lütt und Daniel Nissen zu Hauptlöschmeistern, Torben Gienke zum Oberlöschmeister, Sebastian Genz zum Oberbrandmeister und Thomas Dettmann zum Hauptbrandmeister. Zum ersten Mal hat der Stadtfeuerwehrverband einen eigenen Feuerwehrarzt. Lennard Bartolitius soll künftig bei Einsätzen den Notarzt der Berufsfeuerwehr unterstützen.

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