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Arbeitswelt : Jetzt auch Notdienst für pflegende Kinder

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stiftung Beruf und Familie bietet Unternehmen neuen Service an

von
erstellt am 02.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Stiftung Beruf und Familie baut einen neuen Notdienst für Berufstätige auf , die zuhause ältere oder kranke Angehörige pflegen – aber ihren Job nicht aufgeben wollen. Bei Voigt Logistik, einem der ersten Firmenkunden, ist man begeistert: „Der Service schließe eine wichtige Lücke im Bemühen, bewährte Mitarbeiter zu halten“, lobt Personalchef Manfred Kuhlmann das Konzept.

Berufstätige Eltern und Personalchefs kennen das Problem: Der Mitarbeiter ist unverzichtbar, aber ausgerechnet dann wird zuhause die kleine Tochter krank. Der Mitarbeiter muss absagen oder verliert wertvolle Zeit, eine Betreuung zu organisieren. Um das Problem zu lösen, hat die Stiftung Beruf und Familie, ein Zusammenschluss familienfreundlicher Unternehmen aus dem Raum Neumünster und Segeberg, bereits vor drei Jahren die Diakonie Altholstein mit dem Aufbau eines Betreuungsnetzwerkes beauftragt. Gegen Gebühr können sich Firmen dort eine Notfallbetreuung für ihre Mitarbeiter sichern. Dem Mitarbeiter selbst entstehen keine Kosten. Inzwischen nutzen 24 Unternehmen mit rund 5400 Beschäftigten das Angebot. Seit dem Start 2013 wurden nach Angaben von Diakonie-Mitarbeiterin Bettina Niemax insgesamt 97 Notfallbetreuungen durch „Ersatz-Muttis“ in inzwischen fünf Betreungsstützpunkten in Neumünster, Segeberg, Hennstedt-Ulzburg, Norderstedt und Rendsburg organisiert – mit steigender Tendenz. „Die Zuverlässigkeit unserer Hilfe spricht sich unter den Beschäftigen herum,“, erklärt Bettina Niemax den Effekt.

Jetzt soll es das Angebot auch für Beschäftigte geben, die zuhause zwar keine kleinen Kinder mehr versorgen, wohl aber nahe Angehörige pflegen oder betreuen.

Die Notfallbetreuung würde etwa greifen, wenn der Mitarbeiter seine demente Mutter zu einem festen Zeitpunkt von der Tagespflege abholen muss, er aber noch in der Firma aufgehalten wird oder im Stau steckt, nennt Bettina Niemax ein Beispiel. Seit dem Start des neuen Notdienstes zum Jahresbeginn haben bisher drei Unternehmen den neuen Service gebucht, neben Jungheinrich in Norderstedt als größtem Partner, auch die Firma Voigt Transport am Krokamp mit allein 120 Beschäftigten. „Die meisten unserer Fahrer sind sind schon seit über 20 Jahren bei uns und heute in einem Alter, in dem die Eltern zum Pflegefall werden können“, begründet Personalchef Manfred Kuhlmann das Engagement seiner Firma, die auch die Notfallbetreuung für Kinder bei der Diakonie gebucht hat. Das Angebot der Diakonie lohne selbst dann, wenn es kaum in Anspruch genommen werde, ist Kuhlmann überzeugt: „Wir können unseren Mitarbeitern auch im Sozialbereich was bieten. Das hilft gute Kräfte zu gewinnen.“

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