zur Navigation springen

Tüv-Report : Jedes dritte Auto fiel im ersten Anlauf durch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Neumünster sind besonders viele alte Autos unterwegs. Am häufigsten wird die ausgefallene oder falsch eingestellte Beleuchtung moniert

von
erstellt am 16.Jan.2014 | 04:00 Uhr

Kein gutes Zeugnis für Neumünsters Autobesitzer: Mehr als jedes dritte Auto, das 2013 in der Stadt unterwegs war, wies schwere Sicherheitsmängel auf – deutlich mehr als im Landes- oder Bundesdurchschnitt.

Das ergibt sich aus der jüngsten Jahresbilanz der Tüv-Station an der Wendenstraße. Von den insgesamt 7146 Fahrzeugen, die die Prüfer dort im vergangenen Jahr unter die Lupe nahmen, erhielten zwar 62 Prozent (4430 Fahrzeuge) im ersten Anlauf die begehrte Plakette. 36,9 Prozent (2636) schafften das aber erst, nachdem die Sicherheitsexperten sie zuvor zur unverzüglichen Reparatur in die nächste Werkstatt geschickt hatten. Zum Vergleich: Im Landesdurchschnitt wiesen nur 27,5 Prozent der geprüften Fahrzeuge „schwere Mängel“ auf.

An 45 Prozent (3215) der in der Wendenstraße vorgestellten Wagen hatten die Tester nichts auszusetzen, rund 25 Fahrzeuge wurden als verkehrsunsicher aus dem Verkehr gezogen.

Die ungewöhnlich hohe Zahl an schweren Mängeln führen die Tüv-Profis vor allem auf den hohen Anteil älterer Fahrzeuge zurück, die auf Neumünsters Straßen unterwegs sind. Das „Durchschnittsauto“, das die Tester in der Wendenstraße auf den Prüfstand stellten, war immerhin zehn Jahre alt und hatte rund 118 000 Kilometer auf dem Tacho.

Auf die Ursachen der Mängel angesprochen brach Tüv-Leiter Peter Till gestern eine Lanze für die Fachwerkstatt: „Die Hersteller bauen gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel unterwegs sein könnten, leider kümmern sich die Autofahrer aber nicht genug um die Pflege und Wartung ihres Wagens“, bedauert der Profi. Viele Besitzer würden die Inspektionstermine aus Bequemlichkeit oder Kostengründen verstreichen lassen, die Folge seien früher auftretende Mängel.

Die Unlust zur Wartung zeigt sich auch in der Mängelliste: Mit Abstand am häufigsten monierten die Prüfer (noch vor Elektronik, Bremsen und Reifen) Fehler in der Lichtanlage. Für Till, seit 23 Jahren in Diensten des TÜV, „immer wieder völlig unverständlich: Das kann doch jeder überprüfen, wenn er einmal ums Auto geht.“

Was viele Autofahrer offenbar noch nicht wissen: Seit 2012 gelten ausgefallene oder falsch eingestellte Scheinwerfer oder Blinker als „schwerer Mangel“: Die Tüv-Prüfer müssen die Plakette verweigern, wenn sie den Fehler nicht als kulante Serviceleistung (etwa bei zu hoch eingestellten Scheinwerfern) durch einen schnellen Handgriff selbst beheben können.

Und noch ein Tipp von Fachmann Till: Wer am Auto noch eine orange Tüv-Plakette hat, muss noch in diesem Jahr zur Hauptuntersuchung, wenn er kein Bußgeld riskieren will.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen