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Bevölkerung : Jeder fünfte Neumünsteraner ist ein Migrant

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Menschen aus 117 Nationen leben in der Stadt

von
erstellt am 03.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Seit 2012 steigen die Einwohnerzahlen in der Stadt kontinuierlich. Zum Jahreswechsel gab es laut Melderegister fast 82 000 Neumünsteraner. Und immer mehr haben einen ausländischen Pass oder ausländische Wurzeln. Das zeigen die Daten, die Eilean Layden von der Koordinierungsstelle Integration am Mittwoch im Sozial- und Gesundheitsausschuss präsentierte.

So liegt der Ausländeranteil aktuell bei fast 12 Prozent (9640 Menschen). Das ist prozentual nahezu doppelt so hoch wie vor vier Jahren, als es knapp 4990 Neumünsteraner ohne deutschen Pass gab (bei 78 500 Einwohnern).

Zählt man heute auch die Neumünsteraner mit deutschem und ausländischem Doppel-Pass hinzu, ist inzwischen jeder fünfte Neumünsteraner ein Migrant. „Inzwischen leben Menschen aus 117 Nationen in Neumünster“, sagte Eilean Layden.

Dabei lohnt auch ein Blick auf die Altersstruktur. Es gilt die Faustformel: Je jünger, desto höher ist der Ausländer- und Migrantenanteil. Bei den Kleinkindern bis zu 2 Jahren beträgt er schon fast 36 Prozent.

Bei der Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung haben sich die Gewichte verschoben. Die aus der Türkei stammenden Neumünsteraner sind mit 23,6 Prozent immer noch die stärkste Gruppe. Aber ihr Anteil lag 2013 sogar noch bei 34,2 Prozent. Relativ am stärksten aufgeholt haben mit 11,4 Prozent die Rumänen (2013: 2,7 Prozent) und Bulgaren, deren Anteil jetzt bei 11,1 Prozent (2013: 5,5 Prozent) liegt.

Der Großteil der Bulgaren und Rumänen sei unauffällig und arbeite hier, sagte Eilean Layden. Es gibt aber auch Probleme. Mit Blick auf die jüngsten, gewalttätigen Vorkommnisse an der Helene-Lange-Schule mahnte SPD-Fraktionschef Volker Andresen im Sozialausschuss: „Wir müssen aufpassen, dass uns da nicht etwas aus dem Ruder läuft.“ Eilean Layden nannte die Konzentration in einem Daz-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) als nicht besonders sinnvoll. Mit Projekten aus dem Integrationsfonds wie den „Sprachlotsen Neumünster“ von Awo und Caritas versuche man schon gegenzusteuern. Zwei aus Rumänien stammende Studenten betätigen sich inzwischen als Sprachlotsen an der Hela.

Die Frage aus dem Ausschuss, wie viele Kinder aus diesen Ländern in Neumünster ohne Anmeldung leben, sah sie nicht als Problem. Eher umgekehrt: „Wie viele sind hier gemeldet, um Sozialleistungen zu bekommen?“ Das sei ein komplexes Thema. Layden: „Viele werden mit falschen Versprechungen hergelockt.“

Jobcenter-Chef Thorsten Hippe kann für 2016 einen deutlichen Zuwachs an Leistungsbeziehern aus den EU-Ländern Bulgarien und Rumänien bestätigen. Hippe: „Unser Auftrag ist die Grundsicherung, aber auch die Integration in Arbeit. Da beginnt es oft mit dem Erlernen der deutschen Sprache. Das macht den Weg lang.“

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