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Holsteinischer Courier

23. November 2017 | 03:01 Uhr

Krogaspe : Jeder Einwand zählt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Planer empfehlen den Krogaspern ein Mitspracherecht bei der Höhe von geplanten Windkraftanlagen.

von
erstellt am 05.Mai.2017 | 11:00 Uhr

Krogaspe | Das Thema Windkraft lockte 45 Krogasper ins Sporthus. Nach den neuen Plänen des Landes müsste in Krogaspe ein Windrad zurückgebaut werden. Aber es könnten auch sechs bis sieben neue Anlagen auf dem Gemeindegebiet entstehen.

Festgeschrieben ist noch nichts. Doch das Beteiligungsverfahren (www.bolapla-sh.de) zu den neuen, landesweiten Regionalplänen für Windkraft wird von vielen betroffenen Gemeinden sehr kritisch verfolgt. Um eine qualifizierte Stellungnahme im Rahmen des Verfahrens abzugeben, hat sich auch die Krogasper Gemeindevertretung – gemeinsam mit Nortorf und zehn weiteren Gemeinden – mit Gerd Kruse und Patrick Felsch (Elbberg Stadtplanung) erfahrene Planer an die Seite geholt (der Courier berichtete). Die beiden stellten nun am Mittwochabend ihre Prüfungsergebnisse zur Vorrangfläche Krogaspe in einer Einwohnerversammlung vor.

Im Sporthus eingefunden hatten sich etwa 45 Interessierte, die die Ausführungen der Fachleute aufmerksam verfolgten. Bei dem Gutachten wurde der Kriterienkatalog des Landes zur Bewertung der Flächen von dem Ingenieurbüro noch einmal genauestens überprüft. Doch letztlich stellte Gerd Kruse in seinen Erläuterungen fest, dass es nur wenige Gegenargumente gebe, die für die Gemeinde zum Tragen kommen könnten. „Dennoch empfehle ich jedem, der konkrete Einwände und Anmerkungen zu den ausgewiesenen Flächen machen kann, diese auch an die Regionalplanung zu melden. Denn es ist durchaus damit zu rechnen, dass sich die Flächen aufgrund dessen noch einmal ändern“, erklärte er.

Besonders gut stünden die Chancen dabei zum Beispiel im Hinblick auf das Vorkommen von Großvögeln. Aber auch korrigierende Eingaben zu geografischen Lagen von Siedlungen und Einzelgehöften könnten zu Korrekturen in den Plänen führen.

„Die Gemeinden sollten außerdem darauf drängen, für sich ein Mitspracherecht, zum Beispiel im Hinblick auf die Höhen der Anlagen zu erwirken. Denn diese sind in den Plänen nur schwammig formuliert. Aber wenn eine Fläche einmal feststeht, ist auch damit zu rechnen, dass dort ein Windpark entsteht“, erklärte er weiter.

Zum laufenden Prozedere teilte Kruse mit, dass die Bürger sich noch bis zum 30. Juni beteiligen können. „Anschließend wird die Landesplanung rund ein halbes Jahr brauchen, um die Stellungnahmen auszuwerten. Danach müssen die Pläne ein weiteres Mal ausgelegt
werden, sodass mit der konkreten Veröffentlichung der neuen Regionalpläne nicht vor Ende 2018 zu
rechnen ist“, mutmaßte Gerd Kruse.  



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