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Rendswühren : Jazz-Premiere auf Hof Viehbrook begeisterte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gelungenes Konzert zur Förderung der Grundschule

„So, das war nun auch Jazz“, sagt Klaus Rohwer grinsend. Bereits nach dem dritten Stück war klar, dass er und seine drei Freunde vom Jazzquartett „Fernambuk“ das Publikum auf Hof Viehbrook von ihrer Musik überzeugt hatten. Dabei waren sich die vier Musiker im Vorweg ganz und gar nicht sicher: Jazz auf dem platten Land? Konnte das funktionieren? Beherzt warfen sie ihre Zweifel über Bord. Schließlich gibt, laut Rohwer, der Jazz „die Freiheit, mal was rauszulassen“ und – was natürlich das wichtigste Argument war: „Fernambuks“ erster öffentlicher Auftritt war ein Benefizkonzert zur Förderung der Grundschule Hüttenwohld.

Genau vor einem Jahr gründeten engagierte Eltern den Förderverein der Grundschule Hüttenwohld. Hintergrund ist die Erhaltung des Schulstandortes in Schillsdorf und die Unterstützung der momentan 33 Schüler zählenden Zwergschule (der Courier berichtete). „Damit wir auch Eltern zukünftiger Grundschüler aus den umliegenden Gemeinden über die konstruktive, ruhige Atmosphäre und die Aktivitäten an der Hüttenwohld-Schule informieren können und so zum Erhalt des Schulstandortes beitragen, brauchen wir Informationsmaterial,“ beschreibt Stefan Leybold, 1. Vorsitzender und Mitinitiator des Konzertes, ein Ziel des inzwischen auf über 50 Mitglieder angewachsenen Vereins. Von den Einnahmen sollen Faltblätter gedruckt werden.

Das Konzert war mit 80 Gästen ausverkauft, Familie Voss von Hof Viehbrook hatte ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt, mit einem erlesenen Snack- und Weinangebot den Abend kulinarisch verfeinert, und das Jazz-Ensemble „Fernambuk“ nahm keine Gage. Zum Einen für den guten Zweck und zum Anderen, um der Bitte ihres Freundes Klaus Rohwer nachzukommen. Der Schillsdorfer ist nämlich als Schriftführer selbst im Förderverein aktiv.

Als Rohwer seine musikalischen Mitstreiter von „Fernambuk“ mit der Idee des Benefizkonzertes konfrontierte, sagten der Keyboarder Jan Möller, der Cellist Stefan Sielaff und der Schlagzeuger Andris Zeiberts, alle aus Hamburg, sofort zu. Schließlich war der Auftritt auch für sie ein Abenteuer. Die vier Freunde machen zwar seit über 20 Jahren zusammen Musik, für einen gemeinsamen öffentlichen Auftritt gab es bisher jedoch keine Gelegenheit.

Nun also fand die Premiere auf Hof Viehbrook statt. Anspannung war den Musikern zu keinem Zeitpunkt während des zweistündigen Konzertes anzumerken. In unglaublich lässiger und doch hochkonzentrierter Weise spielten sie das, was sie als „gute Musik“ beschreiben: Stücke von Goran Bregovitch, Heitor Villa-Lobos und Egberto Gismondi gehörten ebenso zum Programm wie Lieder von Joni Mitchell, John Lennon und Eigenkompositionen von Keyboarder Jan Möller – ein sehr breit gefächertes Repertoire, mag man nun denken.

Doch die Eigenarrangements „Fernambuks“ und das harmonische Zusammenspiel von Saxofon, Cello, Klavier und Schlagzeug vereinten die unterschiedlichen Stücke zu einem grandiosen Musikerlebnis. Das sahen auch die neuen Jazzfans auf Hof Viehbrook so. Sie sangen mit, hielten Feuerzeuge in die Luft und erklatschten sich drei Zugaben.

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