Open Air : Jazz im Park zum Schnupperpreis

Junger Jazz aus Köln: „The Willit Blend“ gelten in der Szene  als sehr experimentierfreudig und lassen sich nur ungern in eine Stil-Schublade stecken.
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Junger Jazz aus Köln: „The Willit Blend“ gelten in der Szene als sehr experimentierfreudig und lassen sich nur ungern in eine Stil-Schublade stecken.

Musikschule und Jazzclub bitten am 6. Juli zum siebten Mal zur Open-Air-Session im Garten des Caspar-von-Saldern-Hauses.

shz.de von
24. Juni 2014, 07:30 Uhr

Es ist bunt, es ist locker es ist voller Musik – oder für seine Fans einfach nur „cool“: Das kleine, aber feine Festival Jazz im Park im Garten des ehrwürdigen Caspar-von-Saldern-Hauses hat seit Jahren seine feste Stammgemeinde. Rund 500 Besucher (fast) jeden Alters strömten in den vergangenen Jahren zum Freiluftkonzert an den Haart.

In der siebten Auflage am 6. Juli wollen die Organisatoren, die Musikschule und der Jazzclub Neumünster, jetzt noch eine Schippe drauflegen, um das Open-Air-Konzert zum Kult zu machen. „Wir haben diesmal hochkarätige Musiker engagiert, um neues, junges Publikum zu gewinnen“, kündigt Ralf Johannsen vom Jazzclub an. „Vielleicht kommen wir in diesem Jahr auf 1000 Besucher.“

Drei Bands bestreiten das Festivalprogramm, die durchaus einen überregionalen Ruf in der Szene haben, daher auch Fans aus der Region und dem Hamburger Raum anlocken könnten. Mit dabei sind die jungen, überaus experimentierfreudigen Musiker der Kölner Jazzband „The Willit Blend“, das Hamburger Trio „Cnirbs“ , das gern wild und witzig improvisiert, und die Mannheimer Jazz-Saxofonistin Alexandra Lehmler, die noch in diesem Sommer den Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg erhalten soll.

Alle drei Formationen stehen für jungen, experimentierfreudigen Jazz, der sich nur ungern in eine Schublade pressen lässt. Sowohl die Kölner als auch die Hamburger Band und erst recht die Top-Saxofonistin Alexandra Lehmler verstehen sich auf einen ausgefallenen Genre-Mix. „Quirlige Passagen werden mit ruhigen abwechseln“, verspricht Programmmacher Ralf Johannsen.

Besucher des Jazz im Park dürfen sich auf insgesamt sechs bis sieben Stunden Live-Musik freuen. Los geht’s um 15 Uhr mit den „Cnirbs“. Damit die Zuhörer in den (kurzen) Umbaupausen nicht weglaufen, sorgen die beiden Musikschul-Dozenten Achim Erz und Emma Longard als Liedermacher für fließende Übergänge. Auf der neuen Bühne im Garten der Saldern-Villa wollen sich die Musiker das Equipment teilen.

Für die richtige Party-Atmosphäre sorgen neben Getränkeständen und verschiedenen Snack-Angeboten zwei riesige Sonnensegel, die das Garten-Gelände überspannen und im Falle eines Falles auch Regenschutz bieten.

An einer guten Tradition wollen die Veranstalter trotz des hochkarätigen Programms nicht rühren: Der Eintritt zum Jazz im Park bleibt grundsätzlich frei. „Wir möchten neue Zuhörer für diese Musik begeistern und wollen sie nicht durch Eintrittspreise abschrecken, sagt Johannsen. Bewährt hat sich auch in den vergangenen Jahren der Verkauf von Festival-Buttons für 5 Euro das Stück. Damit kann jeder Besucher am Revers dokumentieren, dass ihm das kleine Festival in Neumünster wirklich etwas wert ist. „Natürlich freuen wir uns auch über größere Spenden“, unterstreicht Musikschulleiter Stefan Back. Die Eintrittsspenden deckten die Kosten in den vergangenen Jahren gerade mal zu etwas mehr als 20 Prozent.

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