Neumünster : Jazz im Park: Party mit Djangos Erben

„Hot Club d’ Allemagne“ aus Leipzig verschreiben sich seit 16 Jahren dem Gypsy-Swing moderner Prägung.
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„Hot Club d’ Allemagne“ aus Leipzig verschreiben sich seit 16 Jahren dem Gypsy-Swing moderner Prägung.

Jubiläumsausgabe des Open-Air-Festivals steht im Zeichen des europäischen Jazz / Veranstalter erwarten 800 Gäste im CvS-Garten

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24. Juni 2018, 00:01 Uhr

Neumünster | Jahr für Jahr strömen mehr Besucher in den Garten des ehrwürdigen Caspar-von-Saldern-Hauses, um im Schatten der Bäume spritzig-coolen Jazz zu genießen. Eins soll sich allerdings auch bei der Jubiläumsausgabe am 8. Juli nicht ändern. Der Jazz im Park bleibt auch im 10. Jahr nicht nur draußen, sondern auch kostenlos.

Wie immer wird der Hut herumgehen, ein fester Eintritt aber nicht erhoben – auch wenn sich die Veranstalter diesmal ein ganz besonderes Jubiläumsprogramm für das Open-Air-Festival ausgedacht haben: Ganz dem aktuellen Trend der Jazzszene folgend, widmet sich der Jazz im Park 2018 der Musik Django Reinhardts (1910 - 1953) und seinen musikalischen Nachfolgern.

Unter dem Motto „Djangos Erben“ sollen drei renommierte Bands des Genres die Festivalbesucher mit unterschiedlichen Spielarten des ersten und einzigen rein europäischen Jazz-Stils verwöhnen. In drei Sets ab 15, 17 und 19 Uhr ehren „Hotel du Nord“ aus Kiel, „Hot Club d’Allemagne“ aus Leipzig und „Django Deluxe“ aus Hamburg ihr großes musikalisches Vorbild. Nicht nur zwischendurch werden die Teams des Restaurants Kontraste und des Service-Clubs Inner Wheel mit allerlei Leckereien und kühlen Getränken die Gäste verwöhnen.

Den drei Auftritten gemein ist, dass die Bands dabei nicht nur die Kompositionen ihres großen Idols einfach nachspielen, sondern durch eigene Kompositionen, Arrangements und stilistische Varianten abrunden und verfeinern wollen. Giovanni Weiß, der bei „Django Deluxe“ die Sologitarre spielt, hat dafür eine sympathische Erklärung: „Die Musik bewegt sich nur dann voran, wenn jeder mit der Inspiration Django Reinhardts auch seinen eigenen Weg geht. Zu schnöden Nachahmungen taugen wir nicht. Wir wollen mehr.“

Wer dem Hamburger Trio „Django Deluxe“ lauscht, wird sofort von einem äußerst perkussiven Gitarrenspiel von Giovanni Weiss und Robert Weiss an der Rhythmusgitarre umgarnt, das vom Kontrabass unterfüttert dennoch hörbar in der Tradition Django Reinhardts steht.

Seit 16 Jahren hat sich das Leipziger Quartett „Hot Club D’Allemagne“ dem Gypsy-Swing verschrieben. Die Formation in der Besetzung Gitarre, Gitarre, Kontrabass und Violine lebt vor allem vom Spiel des Konzert- und Jazz-Violinisten Thomas Prokein und des Gitarristen Kalle Vogel, der vertrackte Griffe mit viel Fingerakrobatik serviert.

Für „Hotel du Nord“ dürfte die Session im Caspar-von Saldern-Park eine Art Heimspiel sein. Neben Philipp Schröter (Akkordeon), Vincent Judith (Gitarre) und Volker Linde (Kontrabass) bringt Neumünsters Musikschul-Chef Stefan Back (Klarinette) frische filigrane Neufassungen berühmter Swing-Stücke aus der französischen Zigeunertradition zum Strahlen.

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