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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 07:42 Uhr

Kunstflecken : Jazz der Meisterklasse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gregory Porter begeisterte mit seinem Bluesbariton 320 Zuhörer in der Werkhalle

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Ein Glück für die weltweiten Jazzfreunde, dass der US-Amerikaner Gregory Porter (42) nicht Footballprofi geworden ist, sondern mit seinem gewaltigen Bluesbariton und seiner enormen Bühnenpräsenz seine Zuhörer auf der Bühne begeistert. Glücklich waren auch die 320 Fans in der ausverkauften Werkhalle, die ein atemberaubendes Livekonzert mit Porter erlebten.

Schon bei seinem Erscheinen auf der Bühne, natürlich mit seinem Markenzeichen, einem Tuch um den Kopf und einer Schiebermütze, die nur sein Gesicht frei ließen, begannen die Beifallsstürme, die sich bis zum Schluss, als er „I Live You“ sang, fortsetzten und sogar steigerten.

Der Amerikaner ist eine Ausnahmeerscheinung, der schon mit seinem Debütalbum „Water“ 2010 die Jazzwelt begeisterte und sogleich für einen Grammy nominiert wurde (ebenso mit seinem zweiten Album „Be Good“ 2012). Seit „Liquid Spirit“ 2013 auf dem Markt ist, erwarten alle Fans, dass er endlich einem Grammy bekommt.

Mit seiner samtweichen Stimme zelebrierte Porter tiefgründig und beweglich einen ausgewogenen Mix aus Jazz, Blues, Soul und Gospel, meist eigene Kompositionen. Dabei thematisierte er ein breites Spektrum eigener Erfahrungen aus dem Alltag wie Sehnsucht, Liebe, Trauer, Schmerz und Hoffnung. Auf der Bühne erlebten die Zuhörer einen Musiker und Sänger, der seine tiefen Emotionen besonders bei seinen Balladen, mit einer ungewöhnlichen Stimme umsetzte. Oft waren vertraute Akkordfolgen zu hören, doch plötzlich gab es einen Haken, etwa als Tempowechsel oder unerwartete Melodiefolge. Die überraschten und erwiesen sich dann doch als stimmig. Schon nach wenigen Songs hatte Porter die Halle im Griff.

Die Begeisterung des Publikums galt nicht nur Gregory Porter, sondern auch seinen genialen Begleitern: Was Chip Crawfort (Klavier), Aaron James (Bass), Emanuel Harrold (Schlagzeug) und Yosuke Satoh (Sax) an Soli boten, war Extraklasse. Als sie herrlich groovten und swingten, konnte sich der Meister zurücknehmen und sich gelassen im Rhythmus bewegen. Das Publikum dankte den Musikern stehend mit minutenlangen Ovationen.

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