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Besuch aus Asien : Japaner wollen das Recycling lernen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine 14-köpfige Delegation aus Maschinenbauern und Wirtschaftsfachleuten besuchte die Firma Behrendt an der Leinestraße.

Neumünster | Sie kommen aus dem fernen Japan und wollen in Neumünster lernen: 14  Maschinenbauer und Wirtschaftsfachleute machten gestern Vormittag bei der Firma Behrendt Recycling an der Leinestraße gut zwei Stunden lang Station.  Sie alle gehören in ihrem Heimatland  zu einer Arbeitsgruppe namens „3R Recycling“, die von einer    Vereinigung  von 170 Herstellern von  Industriemaschinen gegründet wurde. Sie soll für die Weiterentwicklung der Recycling-Technologien  in Japan Informationen sammeln.

Auf dem großen Areal der Firma Behrendt war für die japanischen Gäste nahezu alles interessant. Kaum waren sie gestern Morgen aus dem Reisebus gestiegen, zückten sie auch schon den Fotoapparat oder die Handykamera. Insbesondere  war den weit gereisten Gästen  die maschinelle Aufbereitung von  Elektro-Schrott  ein Anliegen. Und zu dieser Thematik gab es  viel zu sehen und zu lernen.  Immerhin hat das Familienunternehmen  Behrendt seit 110 Jahren Erfahrung in dem Gewerbe und  musste sich immer wieder auf neue Produkte, Nachfragen und auch Gesetzeslagen einstellen. 

 Station für Station ließen sich die Japaner von den Geschäftsführern Tabea und Tammo Behrendt das Recycling von  Fernsehern, Radios, Computern, Rasenmähern, Waschmaschinen oder  Medizingeräten genau erklären.  Dabei standen nicht nur die Abläufe bei der Trennung des Materials im Vordergrund, sondern auch rechtliche, wirtschaftliche und sicherheitstechnische  Fragen.   Immer wieder wollten die Gäste  von den  beiden Geschäftsführern die Einzelheiten genau erläutert haben und stellten ihre Fragen an eine  Dolmetscherin.  Dass in dem Gewerbe auch viel Flexibilität und Kreativität gefragt ist, wurde ebenso deutlich: So wurde die technische Anlage   keineswegs am Reißbrett entwickelt, sondern immer wieder gemäß der Produkte  sowie der Ansprüche der Abnehmer und  Gesetzgeber angepasst. Zum Teil  entwickelt Tammo Behrendt den Ablauf der technischen Anlage  auch selbst.

Da es bundesweit nur wenige Aufbereiter für Elektro-Schrott in dieser Kategorie gibt, wurde die Organisation namens Jetro aus Wien auf das Neumünsteraner Unternehmen aufmerksam. Jetro soll für die japanische Regierung den Handel zwischen Japan und Europa fördern. Gestern ging es für die Gäste noch weiter zur Mechanisch-Biologischen-Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Wittorferfeld,  bevor sie wieder ins Flugzeug stiegen, um sich in München und Helsinki weitere Firmen anzuschauen.

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erstellt am 01.Jun.2016 | 07:15 Uhr

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